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Google hebt automatische Umleitung nach Hongkong auf

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Der US-amerikanische Internetdienstleister Google sieht sich gezwungen, seine im Frühjahr dieses Jahres eingerichtete Umleitung auf das Suchangebot in Hongkong aufzuheben. Google-Justiziar David Drummond teilte im Unternehmens-Weblog mit, in Gesprächen mit chinesischen Behörden habe sich ergeben, dass die Ende Juni auslaufende Lizenz für Inhalteanbieter nicht verlängert werde, wenn die automatische Weiterleitung von google.cn auf google.com.hk fortbestehe. Google.cn könne dann in China nicht mehr weiter betrieben werden.

Google will daher in den nächsten Tagen die Umleitung für alle Besucher aufheben. Stattdessen werde den Besuchern auf google.cn eine "Landing Page" mit Link auf google.com.hk angeboten, kündigte Drummond an. Auf google.cn selbst sind dann keine Suchanfragen möglich. Auf die Weise halte Google an seinem selbst gesetzten Prinzip fest, keine Suchergebnisse zu zensieren; gleichzeitig hätten die Nutzer von einer Seite aus Zugriff auf alle Google-Angebote. Dieser Plan sei den Behörden im Antrag zur Verlängerung der Lizenz vorgelegt worden.

Der US-Konzern hatte im Januar nach einem breitangelegten Hacker-Angriff angekündigt, Pekings Zensur-Anforderungen nicht mehr befolgen zu wollen und notfalls auch einen Rückzug aus China in Kauf zu nehmen. Die kommunistische Regierung verlangt von westlichen Internet-Unternehmen, dass sie zum Beispiel Informationen über Tibet oder die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 herausfiltern. Google leitet seit dem 22. März seine Dienste Search, News und Images von google.cn auf die unzensierte Version für Hongkong um. (anw)