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Google holt sich Smart-Home-Spezialist Nest wieder zurück

Zurück im Nest: Google verleibt sich den Smart-Home-Hersteller Nest ein und forciert damit den Ausbau seiner eigenen Hardware-Aktivitäten.

Nest

(Bild: dpa, John G. Mabanglo)

Der Smart-Home-Spezialist Nest wird in einem konzerninternen Umbau wieder ein Teil von Google. Das gab das Unternehmen in einem Blog-Beitrag bekannt. In den vergangenen Jahren war Nest eine Google-Schwesterfirma unter dem Dach der gemeinsamen Konzernmutter Alphabet. Nest verkauft vernetzte Thermostate und Sicherheitskameras, die Google nun in sein eigenes Hardware-Portfolio integrieren will. Google hat in den letzten Jahren sein eigenes Gerätegeschäft mit Smartphones und smarten Lautsprechern mit dem integrierten Sprachassistenten Google Assistant ausgebaut.

Als Teil von Google soll die Marke Nest mit der restlichen Hardware des Unternehmens und dem Google Assistant zusammengeführt werden. Google versucht gerade mit enormen Aufwand, seinen Assistant in mehr Geräte zu bringen, um nicht von Amazons ähnlicher Assistenzsoftware Alexa abgehängt zu werden. Die Nest-Geräte sollen von Googles Kenntnissen im Bereich der Künstlichen Intelligenz profitieren. Dazu sollen die Teams von Google und Nest in Zukunft eng zusammenarbeiten. Die Nest-Mitarbeiter können aber in Palo Alto bleiben und müssen nicht ins benachbarte Google-Hauptquartier in Mountain View umziehen.

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Nest war unter der Führung des ehemaligen Apple-Managers Tony Fadell gegründet worden, der eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der ersten iPod-Player gespielt hat. Google kaufte die Firma vor vier Jahren für 3,2 Milliarden US-Dollar. Damals war zugesichert worden, dass Nest-Nutzerdaten separat von Google bleiben sollen. Als 2015 die Muttergesellschaft Alphabet gebildet wurde, bekam Nest den Status einer eigenständigen Firma und wurde damit zu einer Schwesterfirma von Google. Fadell verließ das Unternehmen im Streit um seinen Führungsstil. Der aktuelle Nest-Chef soll künftig dem Google-Manager Rick Osterloh unterstellt sein, der damit das gesamte Hardware-Geschäft verantwortet.

Der Umbau wirft weitere Fragen nach der Alphabet-Strategie auf: Bisher bringt Google in der Holding den Löwenanteil der Erlöse ein und sorgt für die Gewinne, während die anderen Firmen bei relativ geringen Erlösen jedes Quartal hunderte Millionen Dollar verbrennen.

Mit der Integration von Nest, das bisher elf Millionen Geräte verkaufte, verlagert sich der Schwerpunkt noch weiter zu Google. (mit Material der dpa) / (olb)

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