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Google kämpft mit neuen Chromebooks um den Bildungs-IT-Markt

Schüler in den USA nutzen häufig Chromebooks, im Rest der Welt tut sich Google damit meistens schwer; Microsoft verspricht bessere 189-Dollar-Notebooks.

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Diverse Chromebooks

(Bild: Google)

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Schulen beziehungsweise Schüler sind ein wichtiger Markt für Notebooks und Tablets. In den USA wird das heiß umkämpfte Marktsegment der Schul-IT auch "K-12" genannt. Nach Schätzungen der Beratungsfirma Futuresource haben Googles Chromebooks in den USA schon 58 Prozent Marktanteil, Windows-Geräte hingegen nur noch 22 Prozent. In den letzten Jahren sind die Chromebooks allerdings vor allem auf Kosten von iOS-Geräten gewachsen, verdrängen also iPads.

Im Rest der Welt dümpelt der Anteil von ChromeOS-Geräten am Bildungsmarkt laut Futuresource hingegen bei 6 Prozent, hier dominieren Windows-Geräte mit 65 Prozent deutlich - und haben in den letzten Jahren sogar zugelegt. Da ist es für Google wichtig, auch mal Erfolge melden zu können: In Schweden liegen Chromebooks bei Schülern demnach vorne.

Anlässlich der Bildungsmesse BETT in London Ende Januar hatte Google einige Verbesserungen kommender Chromebooks für Schüler versprochen, etwa Stiftbedienung, eine rückseitige Kamera im Deckel und USB-C-Anschlüsse. Außerdem sollen bekanntlich Android-Apps bald auch unter ChromeOS laufen. Adobe hatte einige Programme wie Photoshop Mix, Photoshop Sketch und Lightroom Mobile für ChromeOS angekündigt.

Samsung Chromebook Plus mit ARM-SoC "OP1"

(Bild: Samsung)

Mit Stiftbedienung beziehungsweise Pen, 12,3-Zoll-Display im Format 3:2, 360-Grad-Scharnier und angeblich leistungsstarkem "OP1"-Prozessor ist das Samsung Chromebook Plus ein attraktives Gerät, sprengt mit dem Preis von 450 US-Dollar aber wohl manches Schüler-Budget. In Deutschland will es Samsung allerdings nicht anbieten, auch nicht in der Version Chromebook Pro mit x86-CPU.

Google wünscht aber offenbar schnellere ARM-Prozessoren in kommenden Chromebooks sowie einheitlicheren Funktionsumfang, wie die Seite whatisop.com nahelegt: Sie beschreibt Vorteile der "Made for Chromebook"-Prozessoren.

Hinter dem Namen OP1 verbirgt sich angeblich der Rockchip RK3399 mit insgesamt sechs 64-Bit-ARM-Prozessorkernen in zwei Clustern: Einmal zwei Cortex-A72 für hohe Rechenleistung und einmal vier sparsamere Cortex-A53. Die integrierte GPU ARM Mali-T860MP4 hilft beim Rechnen bei Software mit OpenCL-1.2-Code. Video-Decoder verarbeiten außer H.264 auch HEVC (auch mit 10 Bit pro Kanal) und VP9 bis zur 4K-Auflösung. Der RK3399 soll auch USB Typ C unterstützen, also USB-3.0-SuperSpeed- und DisplayPort-Signale ausgeben.

Auch Microsoft hat auf der BETT eine Reihe verbesserter Schüler-Notebooks von Firmen wie Acer, HP und Lenovo angekündigt. Die Produkte sind aber oft nur über Kooperationsverträge erhältlich. Und zwar gibt es einige Konfigurationen zu Preisen ab 189 US-Dollar, doch bleiben auch bei Windows-Notebooks Funktionen wie Stiftbedienung, Touch-Display und 360-Grad-Scharnier deutlich teureren Geräten vorbehalten. Immerhin sind einige wie das Lenovo ThinkPad 11e darunter, die Stöße und Stürze nach MIL-Spezifikationen gut überstehen sollen - das freut die Eltern, die das teure Arbeitsgerät oft finanzieren müssen. (ciw)