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Google kauft Drohnenfirma Titan Aerospace

Titan Aerospace entwickelt solarbetriebene Drohnen, die fünf Jahre lang ununterbrochen in der Luft bleiben sollen. Der Kaufpreis wurde bislang nicht genannt.

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Der Datenkonzern Google übernimmt Titan Aerospace. Dieses Unternehmen aus Neu Mexiko entwickelt solarbetriebene Flugdrohnen. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie in großen Höhe jahrelang unterwegs sein können. Titan Aerospace nennt sie daher SOLARA Atmosats (atmosphärische Satelliten).

Die Atmosats fliegen mit der Kraft der Sonne.

(Bild: Titan Aerospace)

Sie sollen bis zu fünf Jahre fliegen können, ohne landen zu müssen. Dabei sind sie in bis zu 20 Kilometern Höhe unterwegs. So kommen sie den weit niedriger fliegenden Passagier- und Frachtflugzeugen nicht in die Quere. Solara 50 beziehungsweise 60 heißen die beiden bisher vorgestellten Modellle. Die Atmosats könnten in der Atmosphäre Aufgaben übernehmen, die sonst Satelliten im All übernehmen: Wetter- und Erdbeobachtung oder auch Kommunikationsübertragung. Die Kosten sollen dabei deutlich unter denen klassischer Satelliten liegen.

Anfang März wurde mehrfach berichtet, dass Facebook Titan Aerospace kaufen werde. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg wolle damit seinen Plan verwirklichen, Internetzugang auch in entlegene Regionen zu bringen. Als möglicher Kaufpreis wurden 60 Millionen US-Dollar genannt. Doch nun hat Google das Rennen gemacht. Dies geht aus einer Mitteilung hervor, die seit Dienstagabend anstelle der früheren Website von Titan Aerospace zu lesen ist.

Auch Google hat den Kauf bestätigt. Die langlebigen Drohnen stünden noch am Anfang ihrer Entwicklung, meinte ein Unternehmenssprecher. "Aber atmosphärische Satelliten könnten dabei helfen, Millionen von Menschen Internetzugang zu geben und andere Probleme zu lösen, unter anderem Katastrophenhilfe und Umweltzerstörung wie das Waldsterben." Konkretere Pläne verrät Google derzeit ebensowenig wie den Kaufpreis.

Titan Aerospace wurde 2012 in Albuquerque in Neu Mexiko gegründet. Aus dieser Stadt stammt auch Microsoft. Inzwischen hat Titan Aerospace seinen Sitz nach Moriarty im selben US-Bundesstaat verlegt. Die Firma soll etwa 20 Mitarbeiter haben. Sie werden vorerst in Neu Mexiko bleiben und wohl in Googles Forschungsabteilung "X" integriert werden.

CEO und Chairman Vern Raburn wurde mit Google handelseins.

(Bild: Titan Aerospace)

Seit Oktober war Vern Raburn Chef von Titan Aerospace. Er bekleidete sowohl die Funktion des CEO als auch jene des Vorsitzenden des Verwaltungsrates. Früher war Raburn als Manager etwa bei Lotus Development, Microsoft und Symantec tätig. Und er hat auch Erfahrung mit Luftfahrzeugen. 1998 gründete er, ebenfalls in Albuquerque, das Unternehmen Eclipse Aviation. Daran war auch Microsoft-Mitgründer Bill Gates finanziell beteiligt. Eclipse Aviation baute kleine, leichte Düsenflugzeuge. Allerdings wurde die Firma 2008 zahlungsunfähig. Die Konkursmasse wurde 2009 von Eclipse Aerospace aufgekauft.

Am Mittwoch nach US-Börsenschluss wird Google seine Geschäftszahlen des ersten Quartals veröffentlichen. Kurz danach ist eine Telefonkonferenz mit Finanzanalysten angesetzt. Dabei wird Titan Aerospace sicher zur Sprache kommen.

Facebook hat sich übrigens für den Drohnenhersteller Ascenta entschieden. (ds)

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