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Google kauft Gesichtserkenner

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Der US-amerikanische Internetdienstleister Google will offenbar seine Technik zur Gesichtserkennung ausbauen. Nun hat er das Unternehmen Pittsburgh Pattern Recognition (Pittpatt) übernommen, das als Spinoff des Robotik-Instituts der Carnegie Mellon University seit 2004 Software zur Identifizierung von Gesichtern auf Fotografien und in Videos anbietet. Der Preis für die Übernahme des Unternehmens, das laut Website drei Mitarbeiter hat, wurde nicht bekannt gegeben.

Google hat 2006 die unter anderem auf biometrische Gesichtserkennung spezialisierte Firma Neven Vision gekauft und mit deren Technik seine Fotoverwaltung Picasa erweitert. Anfang April dieses Jahres beteuerte Google, die Gesichtserkennung nicht in Smartphone-Apps einzubauen. Schon zu der Zeit räumte das Unternehmen ein, in der Lage zu sein, öffentlich zugängliche Bilder etwa beim Online-Netzwerk Facebook oder Foto-Plattformen wie Flickr mit dem Namen einer Person zu verbinden. Google hatte dies für seine Mobilsoftware Goggles, die Objekte wie Bücher und Bilder erkennen kann, erwogen und verworfen. Konkurrent Facebook geriet im Juni unter Kritik von Datenschützern, als es seine Gesichtserkennung aktivierte. Google hat nun laut Wall Street Journal erklärt, dass es die Gesichtserkennung in Apps und Diensten nicht einsetzen werde, solange kein strenger Schutz der Privatsphäre gewährleistet sei.

Pittpatt-Chef Henry Schneiderman hatte in den 90-er Jahren mit der Forschung an der Gesichtserkennung begonnen und sich seitdem – zusammen mit Kollegen – einige Patente gesichert. Dazu gehört das 2004 veröffentlichte Patent 7,430,314 auf eine "Gesichtserkennung", das Patent 6,829,384 auf einen "Objekt-Finder für Fotografien" sowie das Patent 7,881,505 zur Erkennung von Gesichtern in Videos. In US-Medien wird nun gemutmaßt, dass die Techniken – ähnlich wie beim Konkurrenten Facebook – in dem kürzlich gestarteten sozialen Online-Netzwerk Google+ eingesetzt werden könnten. (anw)