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Google kauft Twitter nicht, Twitter-Aktie fällt 20 Prozent

Zwei Wochen lang hatten Übernahmephantasien Twitters Aktienskurs getrieben. Doch am Donnerstag rauschte die Aktie ab. Laut einem Bericht will Google nämlich Twitter gar nicht kaufen. Auch sonst lichtet sich das Feld angeblicher Interessenten.

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Twitter-Logo

(Bild: dpa, Arno Burgi)

Wer erinnert sich noch an Googles Microblogging-Dienst Buzz?

(Bild: Google)

Twitter sucht nach einem Käufer. Doch nachdem Recode berichtet hatte, dass weder Alphabet/Google, noch Walt Disney, noch Apple zuschlagen werden, stürzte Twitters Aktienkurs am Donnerstag gut 20 Prozent ab. Zuvor hatte die Hoffnung auf ein lukratives Übernahmeangebot den Aktienkurs seit 23. September steigen lassen. Im Börsensprech nennt man so eine preistreibende Hoffnung Übernahmephantasie.

Ganz verflogen ist die Phantasie aber noch nicht, so dass der Schlusskurs vom Donnerstag noch etwas über dem Schlusskurs vom 22. September liegt. Als weitere mögliche Kaufinteressen werden etwa Salesforce, Microsoft sowie eine der großen US-Telekommunikationsfirmen gehandelt: Comcast, AT&T oder Verizon. Letzterer hat bereits AOL gekauft und steht vor der Übernahme Yahoos.

Auch Interesse aus China wird nicht ausgeschlossen, doch stehen deren Gebote vor politischen Hürden. Microsoft konzentriert sich in letzter Zeit auf Großkunden und weniger auf Verbraucher. Und Salesforce steht vor dem Problem, dass die eigenen Aktionäre nicht scharf auf das Abenteuer Twitter sind. Nachdem Salesforce-CEO Marc Benioff vorsichtiges Interesse an einer Übernahme bekundet hatte, gaben Salesforce-Aktien am Mittwoch etwa acht Prozent nach.

Der Kursverlauf der letzten drei Wochen bis inklusive Mittwoch. Am Donnerstag verpuffte der Kursgewinn.

(Bild: Screenshot/Twitter)

Umso stärker die Aktie noch fällt, je mehr potenzielle Käufer wird es geben, aber eben nicht zu dem von Twitter-Aktionären gewünschten Preis. Twitters Verwaltungsrat soll angeblich 29 US-Dollar je Aktie verlangt haben. Nachdem das Wertpapier am Donnerstag von 24,87 auf 19,87 Dollar gestürzt ist, erscheinen 29 Dollar derzeit utopisch. Zumal die Twitter-Führung wohl bares Geld möchte und eher keinen Tausch gegen fremde Aktien.

Zu Twitters Börsengang kostete eine Aktie 26 Dollar. Doch seither hat die Firma erhebliche Mengen neuer Aktien an Mitarbeiter ausgegeben. Damit verbrieft jede einzelne Aktie einen geringeren Unternehmensanteil, als früher. Umgekehrt konnte Twitter auf diese Weise geringere Gehälter zahlen und mehr Geld in der Kasse halten. (ds)

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