Google macht Motorola-Übernahme komplett

Mit der Zustimmung der chinesischen Kartellbehörden hat der Mega-Deal die letzte Hürde genommen: Für 12,5 Milliarden übernimmt der Suchmaschinen-Konzern den Handy-Pionier Motorola.

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Von
  • Axel Kannenberg

Google hat die Übernahme des Mobilfunk-Pioniers Motorola Mobility abgeschlossen, wie das Unternehmen am heutigen Dienstag mitteilte. Die Übernahmesumme beträgt 12,5 Milliarden US-Dollar (derzeit rund 9,8 Milliarden Euro), was 40 Dollar (31 Euro) pro Aktie entspricht. Damit einher geht auch die Neubesetzung des Chef-Postens: Der bisherige Motorola-CEO Sanjay Jha hat sein Amt niedergelegt und macht Platz für den Google-Manager Dennis Woodside, der mit einem neuen Vorstandsteam antritt.

Für die im August 2011 angekündigte Übernahme musste Google mehrere Hürden nehmen: Nachdem die Kartellbehörden in Europa und den USA im Februar 2012 zugestimmt hatten, gaben am vergangenen Wochenende auch die chinesischen Wettbewerbswächter grünes Licht. Die Chinesen knüpften ihre Zustimmung an die Bedingung, dass Android noch mindestens fünf Jahre lang ein kostenfreies Open-Source-Betriebssystem bleibt.

Einer der Hauptgründe für die Übernahme ist das mehr als 17.000 Eintragungen umfassende Patentportfolio Motorolas, mit dem sich Google laut eigenen Angaben für rechtliche Auseinandersetzungen rüsten möchte. Gegenüber den mit zahlreichen Patenten ausgestatteten Konkurrenten wie Microsoft oder Apple befand sich das Unternehmen bislang eher im Hintertreffen.

Spannend bleibt die Frage, wie es dem Handyhersteller unter dem neuem Besitzer ergehen wird. Google betonte, dass Motorola als eigenständiges Unternehmen weitergeführt werden soll. Das US-Blog Techcrunch sprach mit Bezug auf anonyme Quellen bereits von geplanten Entlassungen. Gegenüber der Businessweek gab der neue CEO Woodside an, außer am Produktportfolio von derzeit 20 Geräten keine Kürzungen vornehmen zu wollen. Auch machte das Gerücht die Runde, Google könne die Patente behalten und das Hardware-Geschäft weiterverkaufen – als möglichen Interessenten hatte das Wall Street Journal den chinesischen Netzwerkriesen Huawei gehandelt. Zuletzt agierte Motorola am Markt wenig erfolgreich und schrieb rote Zahlen. (axk)