Google mahnt Clearview wegen Gesichtserkennung bei YouTube ab

Google fordert, dass Clearview sämtliches Videomaterial löscht, dass sie zu Zwecken der Gesichtserkennung auf YouTube gesammelt haben.

Lesezeit: 1 Min.
In Pocket speichern
vorlesen Druckansicht Kommentare lesen 21 Beiträge

(Bild: Neosiam32896395 / Shutterstock.com)

Von

Mit einem Abmahnschreiben fordert Google das Gesichtserkennungs-Start-up Clearview auf, alle Videos zu löschen, die es von YouTube gesammelt hat. Das Unternehmen hat eine App entwickelt, die Personen auf Fotos quer durch das Netz findet. Dabei soll die Software auch noch im Rahmen der US-Strafverfolgung eingesetzt werden.

YouTubes Richtlinien verbieten ausdrücklich, Daten zu nutzen, die dazu dienen, eine Person zu identifizieren, zitiert CBS News eine YouTube-Sprecherin. "Clearview hat zugegeben, genau das zu tun. Als Reaktion haben wir ihnen eine Abmahnung geschickt." Auch Twitter und der Mobile-Bezahldienst Venmo haben solche Schreiben bereits versandt. Facebook habe laut dem Bericht Clearview um Auskunft über die Vorgehensweisen gebeten und ebenfalls zum Löschen von gegebenenfalls genutztem Material aufgefordert.

In den USA sollen bereits mehr als 600 Strafverfolgungsbehörden mit der Clearview-Software arbeiten. Sie ermöglicht, nach mutmaßlichen Straftätern zu suchen und Fotos auszuwerten, die Aufenthaltsorte preisgeben. Das Start-up war nahezu unbekannt, bis die New York Times über das Vorgehen berichtete. In der Datenbank sollen rund drei Milliarden Bilder von Menschen aus dem Internet zusammengetragen sein. Einer der früheren Geldgeber von Clearview ist der Paypal-Mitgründer und Facebook-Investor Peter Thiel. Behörden zahlen für den Einsatz der Software, laut CBS kostet die Nutzung für zwei Jahre das Chricago Police Department 50.000 US-Dollar.

Zwar verweisen die sozialen Netzwerke darauf, dass Clearviews Vorgehensweise gegen ihre Richtlinien verstoße, ob das vor Gericht standhaft ist und ein Richter die Löschung anweisen kann, ist allerdings fraglich. Laut New York Times habe das Netzwerk LinkedIn erst kürzlich in einem Verfahren um Scraping verloren.

heise online daily Newsletter

Keine News verpassen! Mit unserem täglichen Newsletter erhalten Sie jeden Morgen alle Nachrichten von heise online der vergangenen 24 Stunden.

(emw)