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Google möchte Russia Today und Sputnik im Ranking niedriger einstufen

Russia Today und Sputnik sollen laut Alphabet-Chef Eric Schmidt ein schlechteres Ranking in der Suchreihenfolge erhalten. Damit reagiere Google auf das überhöhte Aufkommen der Seiten bei Suchanfragen.

Google

(Bild: dpa, Rolf Vennenbernd)

Eric Schmidt, Chef der Google-Holding Alphabet, möchte auf das zu häufige Auftauchen der russischen News-Seiten Russia Today (RT) und Sputnik bei Suchanfragen mit einem niedrigeren Ranking antworten. Das sagte er beim Halifax International Security Forum und sorgte für hitzige Diskussionen, vor allem in den russischen Medien. "Google ist sich des Problems bewusst," so Schmidt, "und arbeitet daran, solche Situationen zu erkennen und Seiten in der Rangliste entsprechend niedriger einzustufen."

Schmidts Äußerung war eine Antwort auf die Frage Nico Langes, Leiter des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in Washington. Lange erklärte bei der Podiumsdiskussion, er habe zum Konflikt zwischen der Ukraine und Russland Google Alerts in deutscher Sprache abonniert. Von zehn Meldungen seien dabei fünf bis zehn von Sputnik gewesen und mit Google AdSense monetarisiert. Seine eigentlichen Frage an Schmidt war, ob es wirklich nötig wäre, mit den Nachrichten solcher Propaganda-Portale Geld zu verdienen.

Schmidt wich der Frage aus und fokussierte sich stattdessen auf das überhöhte Aufkommen von Sputnik und Russia Today in der Berichterstattung: "Es sind vor allem RT und Sputnik. Wir arbeiten hart daran, so etwas zu verhindern und die Seiten entsprechend niedriger einzustufen. Wir wollen sie aber nicht verbieten." Google hatte bereits im April Verbesserungen für die Suche angekündigt, da diese in einzelnen Fällen nicht repräsentativ ausfallen würde, und irreführende Beiträge nach oben spült.

Damit sorgte Schmidt bei den russischen Medien für Furore. "Es ist gut zu wissen, dass Google offiziell gegen jegliche Vernunft vorgeht. Fakten sind nicht erlaubt wenn sie von Russia Today kommen, 'weil Russland'", so Margarita Simonyan, Chefredakteurin von RT und Sputnik. Und das "obwohl Google selbst sagte, dass sie keine Manipulation oder Verstöße gegen Richtlinien seitens RT gefunden haben", so Simonyan weiter. Alexander Zharov, Leiter der russischen Telekommunikationsbehörde Roskomnadzor, kündigte laut Reuters sogar Gegenmaßnahmen an, wenn Google RT und Sputnik wirklich benachteiligt. Er hoffe, dass die Meinung Russlands gehört wird und man nicht zu "ernsteren Mitteln greifen muss."

Google ist nicht die erste Plattform, die RT und Sputnik als Problem identifizieren. In jüngster Zeit hatte Twitter bereits Werbung von RT und Sputnik verboten und Accounts mit Verbindung zu russischer Propaganda gefunden. (bbo)

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