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Google nimmt belgische Zeitungen wieder in seinen Suchindex

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Google hat seinen am Freitag verhängten Bann für französisch- und deutschsprachige Zeitungen wieder aufgehoben. Der US-amerikanische Online-Suchdienstleister hat sich am Montag von der Verwertungsgesellschaft Copiepresse, die die Rechte der Zeitungen vertritt, eine Garantie geben lassen, nicht wegen Verweisen auf die Zeitungen in seinen Suchergebnissen belangt zu werden. Das berichtete die deutschsprachige belgische Zeitung Grenzecho. Google-Sprecher Simon Morrison sagte laut dem Weblog AllThingsD des Wall Street Journal, die Zeitungen würden Inhalte, die Google nicht erfassen soll, via Eintrag in die Metadaten ihrer Websites und über den Robots Exclusion Standard in der Datei robots.txt auf ihren Servern ausschließen.

Copiepresse hatte eine inzwischen von einem Berufungsgericht bestätigte Entscheidung erwirkt, laut der Google in Belgien keine Ausschnitte aus Presseprodukten der in dem Verband organisierten Verlage ohne Genehmigung auf seiner Nachrichtenübersicht veröffentlichen darf. Jede Zuwiderhandlung würde 25.000 US-Dollar (gut 17.000 Euro) kosten. Dem Urteil (PDF-Datei) sei Google "in besonders pedantischer Weise" gefolgt, das Unternehmen habe "sämtliche Hinweise auf die Websites der Zeitungen aus seiner Suchmaschine entfernt – nicht nur die archivierten Artikel", schrieb das Grenzecho. In dem Urteil sei es aber nach Ansicht der Zeitungen hauptsächlich um die Textausschnitte und Bilder gegangen, die das US-Unternehmen für seinen Aggregierungsdienst Google News verwendet. Google hingegen hatte argumentiert, das Urteil voll respektieren zu wollen.

Die Verlage bezeichneten Googles Suchbann als übertrieben und unnötig, berichtete La Libre Belgique. Zwischenzeitlich haben sich zumindest die Macher dieser Zeitung darüber gesorgt, dass die Leser die Online-Ausgabe nicht mehr finden. Viele Internetnutzer haben sich beispielsweise angewöhnt, Google als Surfsprungbrett zu nutzen und nicht die Adressleiste ihres Web-Browsers. Auch wurden Stimmen laut, Google missbrauche mit seinem Bann seine dominante Marktstellung. La Libre und andere belgische Zeitungen sind nun wieder über die Google-Suche auffindbar. (anw)