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Google.org: 20 Millionen Dollar für Barrierefreiheit

Barrierefreiheit zu vereinfachen oder wesentlich günstiger zu machen – dieses Ziel hat sich Google.org gesteckt. Es lobt 20 Millionen US-Dollar als Förderungen aus.

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Frau mit Handprothese

Gemeinnützige Organisationen können für ihre Forschung bis zu eine Million US-Dollar beantragen.

(Bild: Google.org)

Google.org, die Wohltätigkeitssparte des Konzerns, möchte mehr Menschen mit Behinderungen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Es sucht Wege, Barrieren zu erkennen, zu reduzieren oder zu bewältigen. Außerdem wäre es fein, wenn bestehende Technologien deutlich günstiger würden, sodass mehr Menschen zugreifen können. Zu diesem Behufe möchte Google.org im Rahmen der "Google Impact Challenge: Disability" 20 Millionen US-Dollar als Förderung ausschütten.

Brigitte Hoyer Gosselink von Google.org kämpft gegen Barrieren und hofft auf viele vife Ideen.

(Bild: Daniel AJ Sokolov)

"Das geförderte Projekt kann ein Versuch sein, einen neuen Ansatz zur Problembewältigung zu finden oder die Kosten bestehender Lösungen zu reduzieren", erläuterte Brigitte Hoyer Gosselink von Google.org im Gespräch mit heise online. "Das Ergebnis muss Auswirkungen haben, die über die geförderte Organisation hinausgehen", hielt sie auf der Google I/O fest.

Bewerben dürfen sich Organisationen aus aller Welt, die in ihrem jeweiligen Land offiziell als wohltätig oder gemeinnützig anerkannt sind. Die Kommunikation mit Google.org und die Projektdokumentation müssen allerdings auf Englisch erfolgen. Keine Chance auf eine Subvention haben Regierungseinrichtungen, Universitäten, gewinnorientierte Unternehmen und Einzelpersonen.

In "99 Prozent der Fälle" ist für Google.org Bedingung, dass die Erkenntnisse als Open Source, Open Hardware, Open Data oder dergleichen freigegeben werden. Sie sollen nämlich einen möglichst weitreichenden Effekt erzielen. Auch Studien über Ursachen von Barrieren oder Bewältigungsstrategien kommen in Betracht.

Bewerbungen nimmt Google.org ab sofort bis Ende September entgegen, soweit bis dahin noch Geld da ist. Die Förderungen werden nämlich laufend vergeben. Einzelne Projekte können auf bis zu eine Million Dollar (gut 910.000 Euro) hoffen.

Zwei Fördernehmer gibt es bereits: World Wide Hearing entwickelt eine günstige, mobile Lösung für Hörtests auf Basis von Smartphones. Damit sollen mehr Einwohner von Entwicklungsländern getestet werden können. Dafür wird World Wide Hearing mit 400.000 US-Dollar unterstützt.

600.000 Dollar gehen an die Enable Community Foundation. Sie bringt Inhaber von 3D-Druckern mit Menschen zusammen, die eine günstige Prothese benötigen. Das sind nicht nur arme Menschen, sondern auch Familien. Betroffene Kinder wachsen schnell, sodass sie immer wieder neue Prothesen benötigen. Kaum eine Familie kann es sich leisten, regelmäßig Prothesen anzuschaffen, die auf herkömmliche Weise produziert wurden. (ds)