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Google plant Online-Versteigerungssystem für Mitarbeiter-Aktienoptionen

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Der Suchmaschinen-Betreiber Google bietet seinen Mitarbeitern künftig eine neue Form des Versilberns von Aktienoptionen an. War es bislang nur möglich, Aktien nach Ausübung einer Option entweder zu behalten oder nach einer gewissen Frist zu veräußern, können Google-Mitarbeiter, die nicht zum Top-Management gehören, ab April kommenden Jahres Aktienoptionen im Rahmen des Transferable Stock Option (TSO) Programms auch in einem geschlossenen Markt versteigern. Bieter sind ausschließlich von Google und den Investmentbanken Morgan Stanley und Smith Barney zugelassene Finanzinstitute.

Eine Aktienoption berechtigt Mitarbeiter, Wertpapiere des eigenen Unternehmens zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Zukunft und zu einem vorher festgesetzten (Ausübungs)Preis zu kaufen. Steigt die Aktie in der Zwischenzeit über den sogenannten Strike Price, ist dies für den Mitarbeiter ein finanzieller Vorteil. Im Fall Google, dessen Aktie seit dem Börsengang Mitte 2004 den Ausgabepreis von 85 US-Dollar um bis zu 600 Prozent übertroffen hat, haben Angestellte mit Optionen auf viele Aktien und niedrigem Strike Price beste Chancen, in kurzer Zeit sehr reich zu werden.

Anders sieht es bei Mitarbeitern aus, die zu dem Unternehmen stoßen, wenn der Aktienkurs bereits sehr hoch steht. Für sie ist das Risiko eines Verlusts als Folge fallender Kurse deutlich größer. Insbesondere diesen Angestellten will Google mit dem TSO-Programm entgegenkommen. Es sieht vor, dass Mitarbeiter ihre Optionen künftig jederzeit in ein internes Online-Versteigerungssystem einstellen können. Den Zuschlag erhält das Finanzinstitut mit dem höchsten Gebot. Eingestellt werden dürfen alle seit dem Börsengang ausgegebenen Aktienoptionen.

Da in den USA die Aussicht auf lukrative Aktienoptionsgeschäfte inzwischen ein wichtiger Grund für Arbeitnehmer ist, sich für oder gegen ein Beschäftigungsverhältnis zu entscheiden, hofft Google nicht zuletzt, mit TSO neue Anreize für qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen. Vorreiter bei der Versteigerung von Mitarbeiter-Aktienoptionen ist Google indes nicht. Sowohl Microsoft als auch Comcast hatten dies zuvor bereits praktiziert – wenn auch nur als Einmal-Aktion und mit nur einem Bieter. (pmz)