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Google registriert 14.000 Anfragen nach Nutzerdaten

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Behörden in 26 Ländern haben in der zweiten Jahreshälfte 2010 gut 14.000 mal Google zur Herausgabe von Nutzerdaten im Rahmen von Strafverfahren aufgefordert. Das geht aus einer erstmals vom Internetdienstleister im Rahmen seines halbjährlichen "Transparency Report" herausgegebenen Statistik hervor. Aus Deutschland allein kamen 768 Anfragen. In 76 Prozent der Fälle ist Google hier den Aufforderungen komplett oder teilweise nachgekommen.

Aus den USA kamen mit 4601 die meisten Anfragen nach Nutzerdaten; Google ist ihnen zu 94 Prozent nachgekommen. An zweiter und dritter Stellen folgen Brasilien und Indien mit 1804 und 1699 Anfragen. Deutschland liegt in dieser Rangliste auf dem siebten Platz.

Google betont, dass es jede einzelne Anfrage auf ihre juristische Berechtigung hin prüft. Die Anfragen aus Deutschland wüchsen von Jahr zu Jahr; das sei nicht verwunderlich, da auch die Zahl der Google-Angebote und -Nutzer steige. Allerdings stimme die Zahl der Anfragen nicht genau mit der Zahl der Nutzer überein, die in Strafverfahren verwickelt seien, da mitunter mehrere Anfragen einen Account betreffen, heißt es in der FAQ zum Transparenzbericht. Länder, aus denen weniger als 30 Anfragen kommen, werden in der Statistik nicht erfasst, um laufende Ermittlungen nicht zu gefährden.

Daten zu Löschungsaufforderungen veröffentlicht Google im Rahmen der Initiative für mehr Transparenz seit gut einem Jahr, für Eingriffe staatlicher Stellen pflegt Google seit September 2010 eine eigene Rubrik; dort wird auch der Datenverkehr im Zeitverlauf zwischen einzelnen Ländern und den Google-Diensten dargestellt. Aus Deutschland kamen im vergangenen Halbjahr 118 Aufforderungen, insgesamt 1932 Einträge aus dem Suchindex zu löschen. In 97 Prozent der Fälle ist Google den Anliegen gefolgt, die über ein Modul der Bundsprüfstelle für jugendgefährdende Medien übermittelt werden. In dieser "Wertung" liegt Deutschland hinter Brasilien und Südkorea an dritter Stelle. (anw)