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Google rekrutiert europäische Lobby-Truppe

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Der Suchmaschinengigant Google will die Mitgestaltung politischer Rahmenbedingungen in Europa nicht mehr nur anderen überlassen. Google sucht in zahlreichen europäischen Großstädten politikerfahrene Juristen für die Lobbyarbeit, unter anderem für die deutschen Standorte Hamburg und Berlin einen "European Policy Counsel". Die EU-Lobbyisten sollen für Google Themenfelder wie Datenschutz, Inhaltekontrolle und Meinungsfreiheit, Urheberrechte sowie Technologie besetzen und an der politischen Willensbildung mitwirken. Auch beim Thema Netzneutralität steht Google vorne in der Debatte.

Die Ausweitung der Lobbyarbeit stehe in keinem Zusammenhang mit der zunehmenden Kritik, der sich das Unternehmen in jüngster Vergangenheit auch konfrontiert sieht, erklärte eine Sprecherin gegenüber der Financial Times (FT). Vielmehr spiegele die Verstärkung der politischen Bemühungen das schnelle Wachstum des Unternehmens wider. Diesem Wachstum hat Google allerdings auch eine Hauptrolle in einigen der zentralen Konflikte der Online-Welt zu verdanken. So hat Google in Belgien Ärger mit den Zeitungsverlegern und dank seiner neuen Tochter YouTube eine Milliarden-Schadenersatzklage von Viacom am Hals.

Die Ausweitung der Lobby-Arbeit auf die Europäische Union ist ein logischer Schritt, nachdem das Unternehmen im vergangenen Jahr bereits eine Lobbygruppe in Washington gegründet hatte. Ein Schritt, der für Insider der Lobby-Szene etwas zu spät kommt. Google hat nun wahrgenommen, dass seine Kerntechnologie das öffentliche Leben an vielen Stellen berührt und daher zunehmend Aufmerksamkeit der Politiker bekommt. "Wenn du nicht mit ihnen sprichst, machen es andere", meint dazu ein ungenannter Brüsseler Internet-Lobbyist gegenüber der FT. (vbr)

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