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Google schließt seine Labs

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Bisher war Google eines der experimentierfreudigsten Web-Unternehmen – viele Ideen werden öffentlich ausprobiert, von denen die meisten die jahrelange Testphase nicht überleben. Bekanntlich gesteht die Firma angestellten Entwicklern 20 Prozent ihrer Arbeitszeit für eigene Projekte zu. Derzeit beherbergen die Google Labs 56 Projekte, vom 3D-Atlas des menschlichen Körpers über ein Werkzeug zum Hinzufügen diakritischer Zeichen ins Arabische bis hin zum Analyse-Tool für soziale Graphen.

Nun hat Google angekündigt, diesen Wildwuchs zusammenzustutzen und die Labs "herunterzufahren" – was anscheinend meint, dass sie komplett geschlossen werden sollen. Ziel der Maßnahme ist, mit der Konzentration auf wenige Projekte schneller zur Produktionsreife zu kommen. Die aussichtsreicheren Experimente will Google in die entsprechenden Produkte integrieren, Mobilanwendungen wechseln in den Android Market, doch "in vielen Fällen" bedeutet die Ankündigung das Aus für das jeweilige Projekt. Unberührt davon bleiben die den jeweiligen Produkten zugeordneten Mail Labs und die Maps Labs, die sich über das Einstellungsmenü erreichen lassen.

Zugleich machte Google seinen Webkatalog Google Verzeichnis stillschweigend dicht. Dieser bereits vor elf Jahren als Konkurrenz zum Yahoo-Katalog gestartete Dienst wertete Daten aus Netscapes dmoz-Verzeichnis mit einem Ranking innerhalb der Rubriken auf. Vor vier Wochen hatte es den Stromzähl-Dienst PowerMeter und das Gesundheitsportal Health erwischt; beide sind weiter erreichbar, aber nur noch für wenige Monate. Ende Mai kündigte Google das Ende für 18 APIs an. (heb)

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