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Google sperrt Android-Updates und den Play Store für Huawei

Der US-Telekommunikationsnotstand hat Konsequenzen: Huawei-Handys bekommen keine Updates mehr und können nicht mehr auf den Play Store zugreifen.

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(Bild: heise online; Daniel Herbig)

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Google stellt seine Geschäftsbeziehungen zu Huawei ein. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters wird Google den chinesischen Hersteller nicht mehr mit Hardware und Software versorgen, solange es sich dabei nicht um Open-Source-Produkte (Android Open Source Project) handelt. Demnach können künftige Android-Handys von Huawei nicht mehr auf den Play Store und die Play Store Services zugreifen. Außerdem funktionieren Google-Apps wie Gmail und Maps nicht mehr. Google hat den Schritt mittlerweile bestätigt.

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Bereits gekaufte Huawei-Handys sollen laut Google weiterhin wie gehabt funktionieren, allerdings darf Huawei keine Versionsupdates für Android mehr veröffentlichen. Davon dürften nicht nur die Handys der Huawei-Hauptmarke, sondern auch das Honor-Label betroffen sein. Sicherheitsupdates könnten im Rahmen des Android Open Source Projects weiterhin zur Verfügung gestellt werden.

Mit dieser Entscheidung reagiert Google-Mutter Alphabet auf den Telekommunikationsnotstand, den die US-Regierung in der vergangenen Woche ausgerufen hat. Im Zuge der Erklärung hatte Präsident Trump Huawei auf die schwarze Liste gesetzt und US-Unternehmen die Zusammenarbeit ohne Sondererlaubnis untersagt. US-Behörden verdächtigen Huawei, Spionage für die chinesische Regierung zu betreiben.

Die USA und China befinden sich in einem verbitterten Handelskonflikt. Einem Bloomberg-Bericht zufolge haben sich weitere US-amerikanische Tech-Unternehmen wie Intel und Qualcomm ebenfalls entschieden, Huawei nicht mehr mit ihren Produkten zu beliefern.

Wie genau Google mit künftigen Huawei-Handys umgehen will, ist noch unklar. Das Android-Betriebssystem selbst ist Open Source und sollte damit weiterhin für Huawei offen bleiben. Ohne den Play Store und die Google Play Services ist Android aber kaum funktionstüchtig. Einerseits kann der Nutzer so keine Apps aus dem offiziellen Store beziehen.

Die Play Services stellen außerdem sicher, dass Apps auf dem aktuellen Stand gehalten werden und leisten mit Play Protect einen erheblichen Beitrag zur Sicherheit des Android-Systems. Zwar gibt es Möglichkeiten, ein Android-Handy auch ohne die Google-Dienste zu betreiben. Diese erfordern vom Nutzer allerdings Know-How und sind einer breiten Zielgruppe kaum zuzumuten.

Der Smartphone-Sparte von Huawei, die seit Jahren dem Negativtrend des Smartphone-Markts trotzt und mittlerweile hinter Samsung auf Platz 2 der Handy-Hersteller rangiert, werden so effektiv die Flügel gestutzt. Es ist unwahrscheinlich, dass Huawei unter den Umständen am Android-Betriebssystem festhalten kann. Weil es auf dem Markt keine echten Alternativen gibt, scheint ein eigenes Huawei-Betriebssystem die einzige Lösung zu sein – Huawei soll schon länger an einem Handy-OS arbeiten.

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(dahe)