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Google sperrt belgische Zeitungen aus

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Googles Suchindex verweist zurzeit nicht auf französisch- und deutschsprachige Zeitungen in Belgien. Das ist laut Medienberichten eine Konsequenz aus dem Rechtsstreit zwischen dem Internetdienstleister und der belgischen Gesellschaft Copiepresse, die die Rechte der Verlage wahrnimmt. Diese hatte eine inzwischen von einem Berufungsgericht bestätigte Entscheidung erwirkt, laut der Google in Belgien keine Ausschnitte aus Presseprodukten der in dem Verband organisierten Verlage ohne Genehmigung auf seiner Nachrichtenübersicht veröffentlichen darf.

Die belgische Zeitung La Libre, die von dem Suchbann betroffen ist, sieht darin laut einem Ende voriger Woche erschienenen Artikel eine Überinterpretation der Gerichtsentscheidung. Die Verlage hätten lediglich erreichen wollen, dass Textausschnitte und Bildmaterial aus ihren Zeitungen nicht ohne ihre Erlaubnis in Googles Nachrichtenaggregator erscheinen. Die Zeitung zitiert Hodey Francis, Geschäftsführer des Verlags IPM, in dem La Libre erscheint; er sieht in Googles Schritt eine Überreaktion. Und ein ebenfalls zitierter Jurist meint, Google missbrauche seine marktbeherrschende Stellung.

Ein Google-Sprecher hingegen bedauerte den Schritt, meinte aber auch, die Gerichtsentscheidung betreffe über Google News hinaus auch den allgemeinen Suchindex des Unternehmens. Das Online-Angebot Sudpresse.be weist unterdessen seine Leser darauf hin, dass sie nun nicht mehr via Googles Suchfeld dorthin geleitet werden. Sie mögen fortan besser die Internetadresse sudpresse.be direkt in das Adressfeld ihres Webbrowsers eingeben. (anw)

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