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Google startet "Stories" für AMP-Webseiten

Auch auf AMP-Seiten gibt es bald Stories, also kurze Videos, Bilder und Animationen. Instagram und Snapchat haben das kurzweilige Storytelling-Format bekannt gemacht – nun soll es das gesamte Web erobern.

AMP Stories

(Bild: Google / AMP Project)

Stories sind überall: bei Snapchat, bei Instagram, bei Facebook. Es handelt sich dabei um kurze Videos und Bilder mit Texten und Stickern. Sie füllen den ganzen Bildschirm und werden in der Regel am Smartphone konsumiert. Die Betrachter wischen sich durch die bunten Geschichten, verteilen Likes und Kommentare. Stories sind ein kurzweiliges Format, um Inhalte in leichtverdaulichen Häppchen zu verbreiten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg sieht in dem Storytelling-Format die Zukunft.

Jetzt sollen Stories auch AMP-Seiten erobern – und damit das "offene Web": Auf der AMP Conf in Amsterdam hat Google ein neues AMP-Stories-Format vorgestellt. Als Vorteile der neuen AMP Stories gelten das Vollbild-Format (es sei sehr immersiv) sowie eine schnelle Auslieferung über die AMP-Technik. Im Unterschied zu Snapchat und Instagram sind die AMP Stories offen und plattformübergreifend. Sie sind nicht an ein bestimmtes Ökosystem gebunden und funktionieren auf allen gängigen Mobilgeräten (und auf Desktop-PCs sowieso). Die AMP Stories unterstützen Videos, Bilder, Animationen (GIFs) und antippbare Links, die für Interaktionen sorgen sollen.

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Ein Beispiel für eine AMP-Story: Wie bei Instagram können sich die Nutzer durch die Videos und Bilder "wischen".

(Bild: Google / AMP Project)

Die Washington Post hatte bereits Gelegenheit, die Stories zu testen, und scheint überzeugt: "Mit diesem Format können wir unseren Qualitätsjournalismus präsentieren, wenn wir mehrere Elemente zusammenführen wollen." Andere Tester sehen ein "unglaubliches Potenzial" in den Stories. Google arbeitet zum Start der Stories mit CNN, dem Verlag Condé Nast und anderen US-Medienhäusern zusammen. Irgendwann sollen die AMP Stories auch in Googles Suchergebnissen auftauchen.

Mit den Stories umsetzbar sind etwa aufwendige Reportagen, die gezielt für den vertikalen Bildschirm konzipiert sind. Google jedenfalls schweben bildreiche Geschichten" vor. Zunächst gibt es die ersten Stories nur als Vorschau – die Entwickler und Verlage sollen genug Zeit haben, das neue Format auszuprobieren. Die AMP Stories sind wie alle anderen Teile von AMP offen zugänglich und Open Source.

Google hatte das AMP-Projekt im Herbst 2015 vorgestellt. Das Akronym steht für "Accelerated Mobile Pages". Der Name ist Programm: AMP beschleunigt mobile Webseiten. Ein Jahr nach der Vorstellung nutzten rund 600 Millionen Webseiten AMP – auch heise online setzt die Technik ein. Im Kern besteht AMP aus einem JavaScript-Framework und strengen HTML-Regeln. Sie zwingen Webentwickler zu Disziplin; zugleich erhalten sie Bausteine für ein zeitgemäßes Auftreten. Dank Lazy-Loading lädt eine AMP-Seite oft sogar schneller als eine ganz ohne Skripte. AMP macht Websites also tatsächlich schneller – aber es verstärkt zugleich die Abhängigkeit von Google. (dbe)

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