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Google steigt offiziell aus Tablet-Geschäft aus

Google will keine eigenen Tablets mehr entwickeln und sich stattdessen auf Laptops als Formfaktor konzentrieren.

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Das Pixel Slate ist das letzte Tablet aus dem Hause Google.

(Bild: Google)

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Google will künftig keine eigenen Tablets mehr entwickeln. Die Information wurde zunächst unter der Hand aus einem internen Unternehmensmeeting am vergangenen Mittwoch verbreitet und inzwischen von Rick Osterloh, bei Google Senior Vice President der Abteilung Devices and Services, auf Twitter bestätigt.

Google ist bereits seit dem fünf Jahre alten Nexus 9 nicht sonderlich aktiv gewesen, was das Entwickeln eines zeitgemäßen Tablet-Portfolios betrifft. Erst Ende 2018 wurde ein Nachfolger, das viel gelobte Pixel Slate vorgestellt, das allerdings mit einem Intel-Prozessor ausgestattet ist und unter Chrome OS läuft.

Googles Entwicklungsteam hatte zuletzt an zwei Tablets mit geringeren Abmessungen gearbeitet. Das Team setzt sich vornehmlich aus ehemaligen HTC-Mitarbeitern zusammen, die bereits für das Nexus 9 verantwortlich zeichneten. Das Pixel Slate kann mit seinen 12,3 Zoll nicht für jeden Einsatzzweck empfohlen werden, weshalb eine Diversifizierung nach unten durchaus Sinn ergeben hätte. Hierzu wird es jetzt nicht mehr kommen. Den betroffenen Entwicklern wurden dem Vernehmen nach schon andere Aufgaben zugewiesen.

Gleichzeitig bekannte sich Google allerdings dazu, in der Software-Entwicklung weiterhin Tablets als Formfaktor zu unterstützen. Die Ankündigung bezöge sich allein auf die Entwicklung eigener Hardware in diesem Segment.

Das bedeutet indes nicht das Ende des Google-Hardware-Teams. Vielmehr will es sich künftig auf die Smartphones der Pixel-Serie, sowie die Entwicklung von Laptops konzentrieren. Da die Grenzen zwischen Laptop und Tablet ohnehin immer stärker verwischen, ist es nicht ausgeschlossen, dass wir in der Zukunft Geräte aus Mountain View sehen werden, die der eine für ein Tablet, der andere für einen Laptop halten mag. Google stellt hierzu klar, dass ein Laptop stets eine Tastatur haben wird, während das beim Tablet in der Regel nicht der Fall ist.

Wer die Geschichte der Android-Tablets über die vergangenen Jahre verfolgt hat, konnte feststellen, dass die softwareseitige Unterstützung des Tablet-Formfaktors nie über Ansätze hinausging. Es bedurfte stets des Engagements einzelner Hersteller, allen voran Samsung, um in dem Segment mehr zu bieten als eine skalierte Version einer Smartphone-UI. Insofern darf Googles Absichtserklärung, sich auch künftig um Tablet-Software kümmern zu wollen, interessiert nachverfolgt werden. (anw)