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Google stellt Android 2.2 vor

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Nach den ersten Ankündigungen hat Google nun auf seiner Entwicklerkonferenz die nächste Version des Mobilbetriebssystems vorgestellt: Android 2.2, Codename Froyo. Mehr als 20 neue Features wird die Version erhalten, so Googles Entwicklungschef Vic Gundotra in seiner Keynote. Der neue Just-in-Time-Compiler soll die Geschwindigkeit von Anwendungen um den Faktor 2 bis 5 erhöhen. Die Framerate in einer Demo-Anwendung lief selbst bei komplexen Grafiken mit mindestens 30 Frames pro Sekunde, unter der aktuellen Version 2.1 waren es bestenfalls 10 Frames weniger.

Für Geschäftskunden hat Google etwa die Unterstützung für Exchange mit Auto-Discovery oder Security-Policys weiter ausgebaut und eine Fernlöschfunktion vorgesehen. Der Wechsel zwischen Android-Smartphones soll in Zukunft leichter werden: Entwickler können auf eine Application-Data-Backup-API zugreifen, die Daten verschiedener Anwendungen zwischen verschiedenen Geräten überträgt. Momentan müssen Anwender beispielsweise Zugangsdaten für die genutzten Dienste nach jeder Installation wieder neu eingeben.

Die Kommunikation zwischen Gerät und Web-Anwendungen hat Google ebenfalls erweitert. So sorgt eine neue Messaging-API dafür, dass Web-Anwendungen einen Kanal zum Smartphone erhalten. Google will dies etwa nutzen, um auf dem Smartphone Events auszulösen oder mittels einer Chrome-Extension Punkte oder Routen aus Google Maps auf das Gerät zu schicken. Der Android-Market ist zukünftig auch per Desktop-Browser bedienbar, er wird zudem um die Kategorie Musik erweitert. Ein am PC ausgewähltes Programm oder Musikstück wird direkt auf das Smartphone übertragen und eingebunden, ohne Umweg über den PC. Dazu ist es allerdings notwendig, dass alle Geräte bei Google bekannt sind und auch der Desktop-Browser bei Google angemeldet ist. Auf einem lokalen PC gespeicherte Musik kommt in Zukunft wahlweise per Streaming auf das Smartphone, Google hatte vor kurzem das darauf spezialisierte Unternehmen Simplify Media erworben.

Auch der Browser des Smartphones hat eine Überarbeitung erhalten, die Javascript-Engine soll die zwei- bis dreifache Geschwindigkeit erreichen. An dieser Stelle brachte Gundotra einen Seitenhieb auf Apple: In einem Vergleich zwischen einem Smartphone unter Android 2.1, einem Nexus One mit 2.2 und einem iPad schnitt wunschgemäß das System mit Android 2.2 am besten ab. Gundotra nannte den Froyo-Browser daher den schnellsten Mobil-Browser weltweit.

Der nächste Seitenhieb auf Apple kam gleich danach: Android 2.2 wird Flash unterstützen. Als Beweis für die Notwendigkeit dieser Web-Technik musste Gundotras Tochter her halten, die auf den hauseigenen iPad ihre Lieblingswebseite nicht aufrufen konnte – und natürlich nach Papas Android-Smartphone fragt.

Froyo wird – wie inzwischen einige Smartphones – Tethering über WLAN und USB unterstützen, also die Weitergabe der UMTS-Internetverbindung an andere Geräte. Zudem fällt eine ärgerliche Beschränkung weg: Anwendungen müssen nicht mehr auf dem internen Speicher des Gerätes installiert werden, sie können auch auf der SD-Karte Platz finden. Auch das Verschieben einer bereits installierten Anwendung ist möglich; bei der Installation schlägt die Software – je nach vorhandenem Platz – vor, an welchem Ort sie installiert werden möchte. Nebenbei erwähnte Gundotra noch, dass im Market nun bereits 50.000 Anwendungen zu finden sind. Die Aktualisierung all dieser Anwendungen auf dem Smartphone hat Google ebenfalls vereinfacht: Auf Wunsch tun sie dies ohne Interaktion des Anwenders im Hintergrund.

Auch einen Blick auf die übernächste Android-Version gab der Chefentwickler: Neben der Integration der Kamera in den Browser kann dieser auf den Kompass des Smartphones zugreifen und damit etwa Karten stufenlos in die richtige Richtung drehen. Auch soll diese Gingerbread genannte und gegen Jahresende erwartete Version Googles neues Webvideo-Format WebM / VP8 unterstützen.

Einen Erscheinungstermin für Android 2.2 nannte Google noch nicht, doch kann man davon ausgehen, dass Googles Android-Telefon Nexus One als erstes auf Froyo aktualisiert wird. Das SDK steht bereits zum Download bereit.

(ll)