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Google stellt Cache-Server auf Kuba

Google wird kubanische Internet-User von einem lokalen Cache-Server aus mit Diensten und Inhalten versorgen, darunter YouTube. Das soll die kubanische Anbindung ans Internet entlasten.

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Google stellt Cache-Server auf Kuba

Straßenszene in Havanna. Hier gibt es wohl einen WLAN-Hotspot.

(Bild: Othmar Kyas CC BY-SA 4.0)

Google wird auf Kuba einen Cache-Server errichten. Der Global Google Cache soll kubanische Internet-Nutzer mit Google-Diensten und von Google bereitgestellten Inhalten versorgen. Laut kubanischen Medienberichten gehören dazu auch datenträchtige YouTube-Videos. Bisher müssen Google-Daten über Kubas einziges Unterseekabel ALBA-1 übertragen werden. Diese Glasfaserleitung verbindet Kuba aber nicht etwa mit den USA, sondern mit Venezuela.

Um diese Leitung zu entlasten, hat sich der kubanische Telecom-Monopolist ETECSA mit Google über die Errichtung eines Global Google Cache auf Kuba verständigt. Damit müssen viele Daten nur noch einmal nach Kuba transferiert werden, anstatt für jeden User extra. Das entsprechende Übereinkommen wurde am Montag von Eric Schmidt, Executive Chairman der Google-Mutter Alphabet, und ETECSA-Chefin Mayra Arevich Marín unterzeichnet. Inhaltliche Details, etwa zu finanziellen Dingen oder Überwachungseinrichtungen, sind der kurzen Mitteilung ETECSAs nicht zu entnehmen.


So bald dürften kubanische User aber keinen Geschwindigkeitsrausch bekommen. Internetzugang ist auf Kuba ebenso rasend teuer wie quälend langsam. Die kubanische Infrastruktur ist überlastet. Nur Ausgewählte bekommen einen eigenen Zugang. Offene WLAN-Hotspots sind heiß begehrt und regelmäßig überlaufen. Googles Cache-Server ist also nur ein Teil der Lösung.

US-Medien betonen einhellig, dass es für Alphabet wichtig gewesen sei, noch vor Donald J. Trumps Amtsantritt als US-Präsident einen Fuß in die kubanische Tür zu bekommen. US-Präsident Barack H. Obama hat mit Hilfe des Papstes vergangenes Jahr eine neue Kuba-Politik eingeleitet. Der scheidende Präsident hält die jahrzehntelang gelebte Embargo-Politik der USA für gescheitert. Anlässlich seines historischen Kuba-Besuchs im März hatte Obama angekündigt, Google werde auf Kuba neue Internetzugänge schaffen. Darauf nimmt ETECSAs in der aktuellen Mitteilung aber noch keinen Bezug.

(ds)

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