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Google übersetzt jetzt selbst: "Ihre Vorgangsweise unterschiedlich sein kann"

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Bisher nur mit einem kurzen Hinweis in der FAQ bekannt gegeben hat Google seine Übersetzungsfunktion auf eigene Füße gestellt. War man bislang Kunde bei Systran und dem Programm Babelfish, so stammen die aktuellen Übersetzungsversuche in 25 Sprachkombinationen nun aus eigener Produktion.

Manch Übersetzung des neuen Google Translate kann den Anwender zu meditativen Phasen bewegen.

Während die Übersetzungsleistung je nach Themengebiet zwischen brauchbar und textbreiig schwankt – "your mileage may vary" führt eher in meditative Sphären –, offenbaren kleinere Ungereimtheiten eine Besonderheit im Google-Ansatz: Die Forscher in Mountain View scheinen sich der im Internet verstreut verfügbaren, bereits übersetzten Texte bedienen zu wollen. Aufgefallen war dies einem Angestellten bei MySQL und Wikipedia-Entwickler, der in seinem Blog in einzelnen Übersetzungen statt seines eigenen Namens die von Kollegen bei Wikimedia wiederfand. So übersetzt beispielsweise Google das Kürzel eines MediaWiki-Entwicklers von Englisch nach Spanisch nach "noc@wikimedia.org".

Google verfolgt seit langer Zeit den Ansatz der statistischen maschinellen Übersetzung, die auf die Verfügbarkeit eines möglichst großen Textkorpus aus parallelen Sätzen (klassischerweise den mehrsprachigen Protokollen der EU, der UN oder Kanadas) setzt. Forscher hoffen, durch eine breitere Datenbasis die Qualität der maschinellen Übersetzung deutlich steigern zu können, ohne selbst die spezifischen grammatikalischen Besonderheiten von Sprachen berücksichtigen zu müssen. Es ist daher naheliegend, daß Firmen wie Google den eigenen Suchmaschinenindex nach Stellen durchforsten, die Übersetzungen anderer ebenfalls gespeicherter Texte sind.

Auf Anfrage von heise online gab es zunächst nur allgemeine Aussagen über die Wichtigkeit von maschineller Übersetzung, akut habe man nichts Neues zu vermelden. Im September 2007 hatte Microsoft seinen überwiegend auf Systran basierenden Übersetzungsdienst gestartet. (Mathias Schindler) / (jk)