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Google überzieht seinen Heimatort mit WLAN-Netz

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Die kalifornische Ort Mountain View schließt – wie bereits erwartet – ein Abkommen mit dem prominentesten Unternehmen am Ort, Suchmaschinenbetreiber Google, zum Aufbau eines stadtweiten WLAN-Netzes. Laut einer Beschlussvorlage (PDF-Datei) vermietet die Gemeinde unweit von San Francisco 300 bis 400 Lichtmasten als Standorte für das WLAN-Equipment für rund 36 US-Dollar je Laternenpfahl – entsprechend insgesamt rund 12.600 US-Dollar. Außerdem verpflichtet sich Google, die Kosten für den Strombedarf seiner Sender zu erstatten, die die Stadt auf jährlich 3000 bis 4000 US-Dollar schätzt.

US-Medien zufolge hat Google der Vereinbarung mit der Stadt, von deren 72.000 Einwohnern rund 1000 bei Google arbeiten, bereits zugestimmt. Die Stadtväter hoffen darauf, dass nach einer kurzen Testphase bereits Mitte kommenden Jahres 80 bis 90 Prozent der rund 31 Quadratkilometer Stadtfläche versorgt sind. Auch andere Kommunen in den USA beginnen derzeit damit, vermaschte WLAN-Netze aufzubauen. So setzen die Städte Dayton in Ohio und Lebanon in Oregon auf Technik von Netzwerkausrüster Cisco. Welche Technik-Lieferanten Google beauftragen wird, ist derzeit nicht bekannt, doch ähneln die für Mountain View vereinbarten Leistungsmerkmale stark denen der Meshed Networks von Cisco.

So muss Google zunächst ein "a no-cost City-wide wireless Internet network" aufbauen und betreiben, das einen offenen Internet-Zugang – also auch zu Google-Wettbewerbern – bietet. Die Vereinbarung sieht jedoch auch die Möglichkeit vor, dass der Suchmaschinen-Gigant zukünftig Gebühren für "enhanced services" verlangen darf. Darüber hinaus werden die Stadt und Google über den Aufbau eines "VLAN / Public Safety Network" verhandeln. Ein VLAN bietet öffentlichen Dienstleistern und Sicherheitsbehörden die Möglichkeit, Teile der Kapazität des Laternenpfahl-Netzes exklusiv für ihren Bedarf zu nutzen.

Die Vereinbarung zwischen Mountain View und Google läuft zunächst über fünf Jahre und besitzt eine Verlängerungsoption. Für den Fall, dass sich Google aus dem Projekt zurückzieht, hat die Stadt ein Vorkaufsrecht an der WLAN-Infrastruktur. (ssu)