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Google und Aigner einigen sich über Street View

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Neue Entwicklung in Sachen Street View: Wie das Verbraucherschutzministerium meldet, hat Google offenbar in einem Gespräch mit Ministerin Ilse Aigner (CSU) zugesagt, die umstrittenen Straßenansichten für den Online-Kartendienst Google Maps erst online zu stellen, wenn die Widersprüche von Bürgern vollständig berücksichtigt seien. Die betreffenden Wohnungen, Häuser und Gärten sollen demnach komplett unkenntlich gemacht und die Rohdaten vernichtet werden.

Darüber hinaus scheint Google gewillt, auch Sammelwidersprüche von Städten und Gemeinden mit den Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern zu akzeptieren. Somit könnten Kommunen in den Rathäusern vorformulierte Widerspruchslisten auslegen und diese gebündelt weiterleiten, regt die Verbraucherschutzministerin an. Das Ministerium bietet auf seinen Webseiten Musterwidersprüche zum Download an.

Google selbst hat für Einsprüche eine spezielle Mail-Adresse eingerichtet. Wer an die schreibt, erhält derzeit eine automatische Antwort, in der Google ankündigt, sich wieder zu melden, sobald "Mittel, mit denen Sie uns helfen können, das Gebäude oder Grundstück, auf welches sich Ihr Widerspruch bezieht, verlässlicher zu identifizieren" verfügbar seien. Nach eigenen Angaben arbeitet Google noch an einer technischen Lösung, wie Einsprüche auch online abgewickelt werden können.

Sprecher Kay Oberbeck sagte laut Futurezone zu, das sogenannte Opt-Out-Tool solle mindestens zwei Monate vor dem Start von Street View in Deutschland verfügbar sein. Der Verbraucherschutzministerin soll Google versichert haben, dass die zuverlässige Bearbeitung der Widersprüche unabhängig davon erfolge, ob diese per E-Mail oder per Post eingehen. Auch wenn Street View online gegangen ist, soll die Möglichkeit bestehen, Bilder entfernen zu lassen.

Erst in der vergangenen Woche war Google mit Street View wieder in die Schlagzeilen geraten, als die Firma einräumte, bei seinen Fahrten durch deutsche Städte nicht nur Panoramafotos geschossen, sondern auch Daten über WLAN-Netze gesammelt zu haben. Anfang dieser Woche kündigte Hamburg an, Google mit einer Bundesratsinitiative bremsen zu wollen.

Im Mai 2007 startete Google Street View in den USA als Erweiterung des Online-Landkartendienstes Google Maps. Lückenlose Aufnahmen von Hausfassaden kompletter Innenstädte sollen dem Surfer erlauben, virtuell durch ferne Orte zu flanieren. Bereits kurz nach dem Start von Street View wurde Kritik laut, dass die Fotos zum Teil mehr Einsichten in das Privatleben erlaubten, als den dargestellten Personen recht sei. Im Mai 2008 wurde bekannt, dass Google auch für Deutschland eine flächendeckende fotografische Erfassung der Städte plant, was der Firma in jüngster Zeit heftige Kritik eingebracht hat. (pek)

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