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Technology Review

Google und Quantcast wollen Web-Reichweitenmessung verbessern

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Die derzeit in den USA etablierten Methoden zur Erfassung der Nutzerzahlen von Medienangeboten im Netz, Nielson Online und Comscore, sind großen Online-Anbietern zunehmend zu ungenau. Zu diesem Schluss kommt ein aktueller Report zur Web-Reichweitenmessung mit neuen Verfahren, den Technology Review in zwei ausführlichen Teilen in seiner Online-Ausgabe veröffentlicht hat. Beide Systeme, die sich ihre Messarbeit gut bezahlen lassen, leiden demnach an den verwendeten Hochrechnungsmethoden, die noch aus der Fernsehforschung stammen: So setzt etwa Nielsen auf ein Panel aus rund 30.000 Personen, die eine spezielle Toolbar in ihrem Browser installiert haben, die ihre Online-Nutzung erfasst. Besonders kleinere Angebote wie Fachwebsites sind dort unterrepräsentiert – so lassen etwa Großunternehmen die Technik häufig gar nicht erst auf den Rechner, weil sie ihnen als Spyware gilt.

Sowohl das Start-up Quantcast als auch der Internet-Riese Google arbeiten deshalb an neuen Ansätzen, die Nielsen Online und Comscore in den nächsten Jahren überholen könnten. Dabei werden verifizierbare Daten, die vom Server eines Medienangebots stammen, mit Panelforschung kombiniert. Besonders Quantcast stößt dabei auf großes Interesse seitens der Content-Industrie, weil es im Gegensatz zu Google als unabhängig gilt. Gegründet 2005 und mit 26 Millionen Dollar von Polaris Ventures, Founders Fund und anderen Investoren ausgestattet, will die Firma mit ihrem 2006 gestarteten Angebot die traditionellen Web-Messmethoden bald überflüssig machen. Neben harten Zahlen zur Nutzung bietet der Anbieter auch Hochrechnungen zum Einkommen der User und diverse weitere demographische Daten. Googles Adplanner setzt wiederum auf den reichhaltigen Datenschatz, den der Online-Konzern durch sein gigantisches Werbenetzwerk gewinnt.

Der ganze Report in Technology Review online:

(bsc)