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Google veröffentlicht den Quelltext von Chrome OS [Update]

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Google hat den Source-Code für sein Betriebssystem Chrome OS freigegeben. Bei einer Präsentation im Hauptsitz des Unternehmens im kalifornischen Mountain View am heutigen Donnerstag hat der Internetkonzern das neue Betriebssystem vorgestellt. Die ersten Systeme mit Chrome OS sollen laut Google erst im vierten Quartal 2010 verfügbar sein. Der Konzern hat den Code jedoch bereits jetzt veröffentlicht, damit Technologiepartner, die Open-Source-Community und andere Entwickler an der Weiterentwicklung des Betriebssystems mitarbeiten können.

Das auf einem Linux-Kern aufsetzende Chrome OS soll auch auf einfacher Hardware laufen und innerhalb von Sekunden booten. Das System ist ersten Informationen zufolge sowohl auf x86- als auch auf ARM-Prozessoren lauffähig. Ein Linux-Kernel bildet die Basis für das Betriebssystem innerhalb einer neuen Fenster-Oberfläche. Programme werden auf dieser Basis als reine Web-Anwendungen arbeiten. Für Entwickler soll dies bedeuten, dass vorhandene Web-Anwendungen unverändert laufen, während neue Software mit den üblichen Web-Techniken programmiert werden könnte. Weitere Informationen will Google im Firmenblog sowie unter www.chromium.org veröffentlichen.

Bereits mit der Ankündigung im Sommer hatte das Unternehmen für viel Wirbel in der Branche gesorgt. Googles erste Bekanntgabe von Chrome OS im vergangenen Juli war in der Branche als direkte Kriegserklärung gegen Microsoft angesehen worden. Denn mit Chrome OS dringt Google in das Kerngeschäft des Marktführers ein, dessen Windows-Betriebssysteme heute auf mehr als 95 Prozent aller Personal Computer laufen. Chrome OS werde eines Tages auf Millionen von Rechnern laufen, hatte Google-Chef Eric Schmidt vorhergesagt. Für einen echten Erfolg dürfte neben vielen anderen Aspekten allerdings auch die Frage entscheidend sein, wie viele Programme und Anwendungen auf dem Betriebssystem laufen werden.

Update: Sundar Pichai, Googles Vize für Produktmanagement, nannte die drei Faktoren Geschwindigkeit, Einfachheit und Sicherheit als Grundprinzipien der Entwicklung Chrome OS. Geschwindigkeit will Google durch die Architektur erreichen. Im Prinzip wird der Linux-Browser Chrome zum Betriebssystem aufgebohrt. "Jede Anwendung ist eine Web-Anwendung", erklärte Pichai. "Alle Daten sind in der Cloud". Das komme auch der Sicherheit zu Gute: Weil keine Binärdateien installiert werden müssten, erlaube das eine bessere Kontrolle über das System.

Chrome OS (9 Bilder)

Schnellstarter

Chrome OS soll schnell einsatzbereit sein: Kein Hardwarezugriff auf die Festplatte verlangsamt den Bootprozess.

Ende kommenden Jahres sollen erste Geräte mit Chrome OS auf den Markt kommen. Google hat hier sehr genaue Vorstellungen und will eng mit den Herstellern zusammenarbeiten. Zunächst habe man dabei den Fokus auf "größere Netbooks" gelegt, sagte Pichai. "Wir legen Wert auf Displays und gute Touchpads". Zudem ist das System auf Geräte mit schnellem Flash-Speicher ausgelegt. Andere Gerätetypen wollte Pichai für die Zukunft nicht ausschließen, "derzeit sind wir auf Netbook-Formfaktoren mit größerem Display konzentriert". [Update 2: Zur Prozessor-Frage präzisierte Pichai im Anschluss an die Präsentation, dass Chrome OS zunächst x86-Architekturen unterstützt, ARM-Prozessoren sollen folgen. Einen Termin wollte der Google-Manager nicht nennen, kündigte aber für die nächste Zeit noch eine Reihe von Neuigkeiten an].

Siehe dazu auch:

(jo)

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