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Google veröffentlicht intelligenten Messenger Allo

Ein wenig WhatsApp, ein wenig Google Now: Googles neuer Messenger soll den Benutzer mit smarten Funktionen unterstützen.

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Google veröffentlicht intelligenten Messenger Allo

Google hat seinen lange erwarteten Messenger Allo bereitgestellt. Die App ist derzeit allerdings nur für Android-Nutzer, nur in englischer Sprache und zurzeit noch nur im US-Play-Store verfügbar; für europäische Nutzer soll Allo in der Nacht zum Donnerstag freigegeben werden.

Allo ist zunächst einmal ein Messenger wie WhatsApp, bei dem Nutzer 1:1 oder in der Gruppe chatten oder Bilder austauschen können. Bereits im Vorfeld war durchgesickert, dass sich Google dafür besonders viel Mühe mit einer großen Auswahl an schicken Emojis und Stickern gegeben hat.

Bei aller Hipness zeigt das Demovideo auch ganz kurz die wirklich interessanten Funktionen: den Assistenten und die Smart Replys. – Quelle: Google

Das wirklich Besondere an Allo aber sind die smarten Funktionen, allen voran der Assistent. Er soll den Anwendern sowohl im direkten Kontakt Fragen beantworten, oder aber auch in beliebigen Chats mit Dritten helfen, zu denen er dazugeholt wird. Dazu muss nur @google eingegeben werden – schon steht der Assistent bereit. Der unverbindliche Chat zur Planung der Abendgestaltung soll so sehr schnell konkretisiert werden können, indem man dem Assistant nach Kinozeiten oder Restaurants fragt.

Auf Zuruf kommt der Assistent und hilft.

(Bild: Google)

Auch Gruppenreisen sollen sich mit dem Assistenten beantworten lassen können. Ansonsten soll er Fragen zu vielen Themengebieten wie News, Wetter, Sport - oder zum Status des nächsten Fluges - beantworten können. Der Messenger Allo ist nur die erste App, in der der Assistent seine Dienste verrichten soll. In den nächsten Monaten soll er noch in weiteren Google-Apps seine Dienste verrichten. Die Tage für die separate Assistenz-App Now scheinen dagegen gezählt, wie AndroidPolice beobachtet hat. Der Assistent spricht zunächst nur Englisch, weitere Sprachen "kommen bald".

Allo soll mit dem Gebrauch das Verhalten vom Nutzer lernen und ihm darauf basierend Vorschläge für schnelle Antworten machen können, sogenannte Smart Replys. Damit will Google es seinen Nutzern so einfach wie möglich machen, schnell unterwegs auf Nachrichten zu reagieren. Auch private, Ende-zu-Ende-verschlüsselte Konversationen lassen sich mit Allo führen. Dann funktioniert allerdings der Assistent nicht.

Google hatte Allo im Mai auf der Entwicklerkonferenz I/O gemeinsam mit dem zwischenzeitlich veröffentlichten Video-Messenger Duo veröffentlicht. Die Branche ist gespannt auf den Erfolg von Allo -- ist es doch der x-te Versuch Googles, der übermächtigen Konkurrenz von Facebook mit seinem Messenger sowie der Facebook-Tochter WhatsApp etwas entgegenzustellen. Der chronisch erfolglose Messenger Hangouts soll jetzt nur noch eine Rolle in der Nische der Unternehmenskommunikation ausfüllen.

Ob der neue Messenger mit seinem Assistenten allerdings das Produkt ist, auf das die Welt gewartet hat, darf dahingestellt sein. Der Assistent mag zwar eine mächtige Hilfe sein. Facebook ist aber bereits einen Schritt weiter und hat seinen Messenger zu einer Plattform für Bots ausgebaut. Mehr als 30.000 dieser interaktiven Helfer sind bereits auf der Plattform aktiv, und täglich kommen etliche hinzu. Und wer einen "allwissenden" Assistenten zu Rate ziehen will, der kann sich demnächst auch hierzulande Amazons mittlerweile deutsch sprechenden smarten Lautsprecher Echo ins Wohnzimmer stellen. (jo)

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