Google will Drohnen-Lieferdienst 2017 starten

Wie Amazon oder auch DHL forscht Google an Drohnen, die Pakete ausliefern können. Im Gegensatz zu seinen Konkurrenten, gibt Google aber nun ein mögliches Startdatum für seine Dienste an.

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Google-Drohne

(Bild: Google)

Von
  • Kristina Beer

Wenn es nach Google-Manager Dave Vos geht, dann werden ab 2017 Drohnen des Konzerns Pakete ausliefern. Das berichtet die Washington Post. Vos habe seine Pläne am Montag während einer Konferenz für "Air Traffic Controllers" in Washington geäußert. Rückfragen gegenüber Google bestätigten seine Angaben. In welchem Land der Service 2017 starten könnte, wollte der Konzern indes nicht erklären.

Sowohl in den USA als auch in europäischen Ländern gelten teils strenge Regeln für Flugobjekte. Im Jahr 2014 hat die US-Bundesluftfahrtbehörde FAA unter anderem Amazon das Ausliefern von Paketen per Drohne entschieden verboten und nur einige wenige Genehmigungen für Drohnentestflüge erteilt. Google umgeht derzeit diese rechtlichen Hürden und testet seinen Paket-Dienst unter dem Projektnamen 'Wing' in Australien. Dort gelten lockerere Regeln für den Flugverkehr. Gleichzeitig bemüht sich das Unternehmen allerdings die Regeln in den USA zu ändern, so Bloomberg.

Im Juni machte sich Google etwa während einer eigens ausgerichteten Konferenz dafür stark, in Kooperation mit der NASA ein Managementsystem für kleine unbemannte Flugobjekte zu entwickeln. Amazon und auch Verizon beteiligen sich an dieser Initivative. Die FAA sandte Anfang Oktober aber wenig Hoffnung machende Signale für eine baldige Lockerung ihrer Regeln aus. So gab Verkehrsminister Anthony Foxx bekannt, dass Hobbydrohnen vermutlich schon bald registriert werden müssten.

Vos Vision von Drohnen als Paketlieferanten dürfte damit in eine fernere Zukunft rücken. Ginge es nach ihm, so würden in einigen Jahren Tausende Drohnen, in einer Höhe von wenigen hundert Metern, routiniert über den Städten schweben und durch ihre Dienste sowohl die Umweltverschmutzung als auch die Verkehrsdichte in den Städten verringern. Auch der reguläre Flugverkehr könnte durch die Arbeit der vielen Copter reduziert werden.

Falls Google 2017 tatsächlich seinen Lieferdienst per Drohne startet, werden die Drohnen aus dem Wing-Projekt zum Einsatz kommen. Wie auch die Drohnen der Konkurrenz können diese Waren mit einem Gewicht von bis zu 2,5 Kilo transportieren. Die Drohnen stehen am Boden auf dem Heck, starten senkrecht und gehen dann in den Horizontalflug über. Bei der Zustellung der Fracht landen sie nicht, sondern lassen das Paket an einem Seil herunter. Die Drohnen sollen in Höhen von etwa 40 bis 60 Metern automatisch zu ihrem Ziel fliegen.

In Australien werden die Google-Drohnen getestet. Sie liefern Erste-Hilfe-Päckchen oder auch Tiernahrung aus.

(kbe)