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Google will Geld für AdWords-Schnittstelle

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Google hat angekündigt, für die Entwickler-Schnittstelle zu seinem AdWords-Werbeprogramm ab 1. Juli Gebühren zu verlangen. Die als "Beta" gekennzeichnete API ermöglicht Programmierern eine einfache und schnelle Verwaltung zahlreicher AdWords-Konten über eine SOAP-Schnittstelle und wendet sich vor allem an Werbeagenturen und Vermarkter.

Bislang stellte Google den Entwicklern ein kostenloses Kontingent zur Verfügung, das sich nach der Anzahl der betreuten AdWords-Kunden bemaß. Für unterschiedliche Aktionen mit der AdWords-API "bezahlen" die Entwickler mit Punkten. Überschreiten sie ihr Kontingent, reagiert der Dienst mit einer Fehlermeldung. Ab 1. Juli verlangt Google für sein "Commercial Developer Program" 25 US-Cent für 1000 Kontingent-Einheiten. Für Agenturen kann sich dies zu Summen von mehreren tausend Dollar pro Monat summieren.

Die betroffenen Entwickler und Agenturen sind jedoch nicht nur über die Gebühren verärgert, die sie bei der Entwicklung ihrer Anwendungen noch nicht einplanen konnten. Die veränderten Geschäftsbedingungen sind einerseits unklar formuliert und andererseits außerordentlich restriktiv. So verspricht Google vage, dass "bestimmte Entwickler, die etwa Anwendungen zur Bewerbung ihres eigenen Unternehmens gestalten, von einem Teil dieser Gebühren und Bedingungen ausgenommen werden können". Gleichzeitig verlangt der Suchmaschinenriese, dass alle AdWords-Anwendungen sämtliche Funktionen der Schnittstelle umsetzen. Außerdem untersagen die neuen AGB (Allgemeine Geschäftsbedingungen), unter der gleichen Programmoberfläche die Dienste von Konkurrenten wie Yahoo oder MSN zu nutzen – nicht einmal Daten von "Dritten" dürfen zusammen mit den AdWords-Daten abgelegt werden. (heb)