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Google will OpenOffice weiterhelfen

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Der Suchmaschinenbetreiber Google will Programmierer einstellen, um die Open-Source-Officesuite OpenOffice weiter voran zu bringen. Chris DiBona, zuständig für quelloffene Software bei Google, erklärte, er wolle ein paar Leute anheuern, zum Beispiel um das Paket auf ein kleineres Download-Volumen als die aktuell 80 MByte zu verdichten. Bei der zu Sun gehörigen ehemaligen Stardivision in Hamburg, gleichermaßen zuständig für die Pflege von StarOffice und die Koordination der OpenOffice-Entwicklung, nimmt man die Ankündigung als frohe Botschaft. Zwar sei prinzipiell bekannt gewesen, dass Unterstützung durch Google ins Haus steht, doch über das konkrete Wie und Was war bis heute nichts in Erfahrung zu bringen.

Google hat seine Personaldecke seit Ende 2003 mehr als verdreifacht und dabei sein Dienste-Angebot stark erweitert. Mit Services wie Gmail oder Google Earth hat sich die Firma, die mehrheitlich auf Open-Source-Anwendungen baut, schon in mehreren Bereichen als Spielverderber für Microsoft betätigt. Da passt es gut ins Bild, dass die Truppe um Larry Page ihr Open-Source-Commitment nun offenbar am Beispiel von OpenOffice untermauern will.

In dem Maße, wie Redmond Kunden für sein Office-Paket und das dafür erforderliche Windows einbüßt, vermindert sich auch die Bedrohung für Google, von quersubventionierten Web-Angeboten aus Redmond an die Wand gedrängt zu werden. Zudem könnte Google mit einem direkten Engagement bei OpenOffice dem Anspruch als "Anwendungsfirma" stärker gerecht werden, den der Internet-Pionier und im September als Googles "Chief Internet Evangelist" benannte Vinton Cerf formuliert hat – und damit auch die viel gepriesene Zusammenarbeit mit Sun etwas mit konkretem Inhalt füllen. (hps)