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Google will WhatsApp und Co. mit neuem Messenger Konkurrenz machen

Chatbots sollen Messenger wie WhatsApp oder Hangouts revolutionieren. Das sehen mittlerweile Facebook und Google so. Dass Facebook an dem Helferlein "M" forscht, ist bekannt. Google soll aber seit mehr als einem Jahr an einem ähnlichen Projekt arbeiten.

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Google

(Bild: dpa, Ole Spata/Archiv)

Google will Messenger-Anbietern wie Facebook mit einem neuen Mitteilungsdienst Konkurrenz machen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider.

Der Internet-Konzern entwickele seit mindestens einem Jahr einen Service mit sogenannten Chatbots, die automatisch nützliche Informationen innerhalb der Chats liefern sollen.

Die Chatbots sollen etwa nach Aufforderung per Textnachricht Fragen beantworten können oder nach geeigneten Geschäften im Umkreis suchen. Andere Messenger bieten so einen Service bereits an. Über WeChat können Nutzer etwa einkaufen und Termine ausmachen. In Asien sind Messenger mit Chatbots ohnehin schon weit verbreitet.

Laut Wall Street Journal hatte Google im Oktober versucht, das Start-Up 200 Labs zu kaufen, das einen Chatbot-Marktplatz für Telegram betreibt. 200 Labs soll das Angebot allerdings abgelehnt haben. Die vielen verschiedenen Chatbots des Telegram Chatbot-Marktplatzes bieten etwa Informationen zu Wetter, Nachrichten, Dating oder auch zur Bildersuche. Die Software des Start-Ups soll die jeweils besten Chatbots für die Beantwortung einer Frage suchen und anbieten.

Die Informanten des Wall Street Journal erklärten, dass auch Google in seinem Messenger Chatbots verschiedener Entwickler zulassen wolle. Google will aber vor allem seine Stärke bei Suchmaschinendiensten über die Chatbots ausspielen. So soll die Google-eigene Technik ebenfalls nach den besten Chatbots fahnden, so wie Google schon Internetseiten nach Suchanfragen vorschlägt.

Zudem forsche Google laut Zhenya Kuyda vom Messengerdienst Luka.ai an der Verquickung von künstlicher Intelligenz mit Chatbots. So soll ein Chatbot anhand der Analyse von Film-Dialogen lernen, wie er mit Menschen kommunizieren kann.

Facebook hat den Trend ebenfalls erkannt und forscht seit August an dem persönlichen Assistenten "M". Er soll für Messenger-Nutzer zum Beispiel Reisen buchen oder Plätze im Restaurant reservieren können. Bei "M" sollen allerdings auch menschliche Helfer zum Einsatz kommen, damit auch jede Anfrage beantwortet wird.

Facebook ist mit seinem hauseigenen Facebook Messenger und dem zugekauften WhatsApp weltweit einer der führenden Messenger-Dienste. Googles Dienste Hangouts und der eigene Messenger kommen gegen die Konkurrenz bisher nicht an.

Das Entwicklungsteam des neuen Google-Messengers werde von Nick Fox geführt, so die Insider. Er ist seit einiger Zeit bei Google für die Kommunikationsanwendungen zuständig. Wie der neue Dienst heißen soll oder wann das Unternehmen ihn an den Start bringen will, ist noch unbekannt. Google wollte die Informationen gegenüber dem Wall Street Journal nicht kommentieren. (kbe)

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