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Google will künftig Quelle für Songtexte angeben

Google wehrt sich gegen den Vorwurf von Genius.com, Liedertexte ohne Erlaubnis zu verwenden. Außerdem will Google künftig die Datenquelle angeben.

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(Bild: dpa, Matt Rourke/AP)

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Weil Genius.com seine Songtexte raffiniert markiert, fiel auf, dass Google offenbar die Texte in seinen Infoboxen (Knowledge Graph) verwendet hat. Die Erlaubnis dazu habe die Suchmaschine allerdings nicht gehabt: Google verstoße gegen die Nutzungsbedingungen, kritisierte Genius. Nun stellte Google abermals klar, dass es nicht einfach Liedertexte von Webseiten zusammenkratze (Crawling und Scraping).

In einem Blog-Eintrag erklärt Produktmanager Satyajeet Salgar das Vorgehen von Google, um Infoboxen mit Daten und Fakten zu füllen. "Wir nehmen die Lyrics nicht von Webseiten", stattdessen bezieht Google die Texte von spezialisierten Drittanbietern, den Content-Providern. Der Prozess ist vollautomatisiert, regelmäßig gebe es Updates mit neuen Texten und Korrekturen. Die Plattenfirmen selbst hätten oftmals keine digitalen Versionen ihrer Songtexte, erklärt Salgar weiter. Das Urheberrecht an den Liedtexten hat Genius aber nicht, sondern nur Nutzungsrechte von den jeweiligen Musikverlagen.

"Wir haben unseren Datenpartner für Liedertexte gebeten, der Sache nachzugehen", schreibt Salgar. Der Content-Provider LyricFind, von dem Google seit 2016 beliefert wird, überprüft derzeit seine Daten und "entfernt alle Songtexte, die offenbar von Genius stammen", erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme. Laut Genius.com seien mindestens 100 Songtexte betroffen. Die Datenbank von LyricsFind enthält insgesamt rund 1,5 Millionen Texte. Denkbar ist, dass etwa ein Musikverlag seine eigenen Lyrics von Genius.com kopierte, um sie an FindLyrics zu liefern.

Weil Genius seine Songtexte mit unterschiedlichen Apostrophen markiert, konnte das Unternehmen zeigen, dass die Texte auch bei Google zu finden waren. Für mehr Transparenz soll "bald" ein neuer Quellenhinweis an den Texten sorgen.

Die Info verrät dann, welcher Drittanbieter den jeweiligen Inhalt an Google geliefert hat. Google wolle weiterhin die Urheberrechte beachten und auch dazu beitragen, dass Künstler und Texter für ihre Arbeit bezahlt werden, verspricht Produktmanager Salgar abschließend. (dbe)