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Google will mit Software Mitarbeiter-Abwanderung stoppen

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Der Suchmaschinen-Spezialist Google will einer drohenden Abwanderung wichtiger Mitarbeiter zuvorkommen – mit Hilfe einer speziellen Software. Das Unternehmen sammle derzeit Daten von Mitarbeitern wie Ausbildungsstand und Gehaltsentwicklung, berichtet das Wall Street Journal heute. Mit einem speziellen Algorithmus solle aus der Datenmenge ermittelt werden, welche der 20.000 Mitarbeiter sich zum Beispiel unterfordert fühlen könnten und deshalb möglicherweise offen für neue Herausforderungen sind. Der Algorithmus helfe Google über Wechselwillige Bescheid zu wissen, bevor die Betroffenen selbst wüssten, dass sie wechseln wollen, zitiert die Zeitung Googles Personalchef Laszlo Bock.

Der weltgrößte Suchmaschinen-Betreiber galt viele Jahre lang als einer der populärsten Arbeitgeber im Silicon Valley und hatte der Konkurrenz auch immer wieder gefragte Experten erfolgreich abgeworben. Microsoft war vor einigen Jahren sogar vor Gericht gezogen, um die Abwerbung eines wichtigen Spezialisten durch Google zu verhindern. Allein wegen der inzwischen erreichten Größe des Unternehmens dürfte die Attraktivität von Google für Mitarbeiter und Job-Suchende aber deutlich abgenommen haben, schätzen Experten. "Sie müssen neue Wege finden, um die Leute an sich zu binden", sagte Valerie Frederickson, die bereits als Beraterin für Google-Mitarbeiter tätig war, der Zeitung.

Jüngst hat Tim Armstrong, früher Googles Präsident für Werbung und Handel in Amerika, den Konzern Richtung AOL verlassen. Ein anderes Beispiel für Googles Aderlass ist der Android-Entwickler Steve Horowitz, der zu Coupons Inc. wechselte. Dipchand Nishar, der bei Google unter anderem mitverantwortlich für den Aufbau des Mobil-Geschäfts war, ging zum Social Networks LinkedIn, Sheryl Sandberg, früher als Vice President für das globale Online-Sales-Geschäft bei Google tätig, ist heute Chief Operating Officer (COO) bei Facebook. Allerdings sei Google in der Lage gewesen, die wichtigsten Leute zu halten, wird Bock zitiert. (anw)