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Google will mobile Webseiten beschleunigen

Mit “Accelerated Mobile Pages” (AMP) sollen Webseiten insbesondere auf Smartphones schneller laden. Mit der Initiative begegnet Google unter anderem der Konkurrenz durch Facebooks Instant Articles.

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(Bild: dpa, Britta Pedersen/Archiv)

Ein halbes Jahr, nachdem Google die mit 150 Millionen Euro ausgestattete Digital News Initiative vorgestellt hatte, hat der Konzern nun das erste große Projekt präsentiert: Mit einem standardkonformen und offenen Framework namens AMP (“Accelerated Mobile Pages”) sollen die Ladezeiten von Webseiten insbesondere von Verlagen wesentlich beschleunigt werden. Mit dabei sind unter anderem ZEIT Online und die Frankfurter Allgemeine Zeitung, auch Twitter, Wordpress und Pinterest haben ihre Unterstützung zugesagt, wie der Konzern mitteilt.

Mit der Initiative will Google mit einem verbreiteten Problem mobilen Surfens aufräumen: Gerade auf den relativ schwachbrüstigen Smartphones und Tablets dauert das Laden von komplexen Seiten wesentlich länger. Ein entscheidender Faktor sind dabei datenintensiven Werbeformen und Tracking-Skripte, die oft auf verschiedenen Servern verteilt sind und deshalb mehr Ladezeit benötigen als der eigentliche Inhalt einer Webseite -- wie zum Beispiel die New York Times vor kurzem eindrucksvoll zusammengestellt hat.

"Jedes Mal wenn eine Webseite zu lange zum Laden benötigt, verlieren die Betreiber einen Leser – und damit Gelegenheit Umsätze über Werbung oder Abonnements zu machen", schreibt Google-Manager David Besbris in einem Blogbeitrag. Darunter leiden natürlich auch Googles eigene Werbeumsätze. Mit der neuen Technik sollen Multimedia-Inhalte wie Videos, Grafiken ohne Verzögerung angezeigt werden – mitsamt der Werbung.

Mit ähnlichen Argumenten hatte Facebook viele Medien für die Nutzung seiner Publikationsform Instant Articles gewinnen können, bei denen Inhalte direkt auf der Website von Facebook oder der mobilen App des Konzerns angezeigt werden. Auch Apple hat mit der Vorstellung von Apple News seinen Hut in den Ring geworfen und ein eigenes Werbenetzwerk zur Monetarisierung von Nachrichteninhalten gestartet.

Im Gegensatz dazu baut Google bei seiner Konkurrenzinitiative auf das offene Web. Eine Demo-Version seiner Suche auf Basis von AMP hat Google bereits online gestellt. Eine erste Version der Spezifikationen ist auf Github zu finden. In einem Beitrag skizziert Projektleiter Malte Ubl das Grundkonzept von AMP.

So soll der Einsatz von JavaScript drastisch beschnitten werden. Zum Beispiel sind "Tracking Pixel" zwar erlaubt, dürfen aber kein eigenes JavaScript laden. Werbeanzeigen werden in iFrames ausgeliefert, die eine geringere Ladepriorität haben als der Rest des Inhalts. Zudem bietet Google den Partnern die Nutzung des konzerneigenen Caches an, so dass Google quasi einen Teil der teilnehmenden Webseiten selbst hostet. (axk)