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Googles Glasfasernetz: 1 GBit/s für 70 Dollar

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Google hat am Donnerstag Details zu seinem geplanten Glasfaser-Angebot im Mittleren Westen der USA bekannt gegeben. Der Internetkonzern will demnach ab Mitte September in "Fiberhoods" genannten Stadtvierteln der zuvor als Testmarkt ausgewählten Metropolregion Kansas City erste Anschlüsse schalten. Welche Nachbarschaften als erste den Zuschlag enthalten, macht der Suchmaschinenprimus von der Anzahl der Interessenten in einem Wohngebiet abhängig. Bis zum 9. September läuft eine Vorregistrierungsphase, in der Bewohner von Kansas City ihr Interesse bekunden können.

Für die ersten Nutzer hat Google Kampfpreise angesetzt: Anschlüsse mit 1 GBit/s vermarktet das Unternehmen bei einem Zweijahresvertrag für 70 US-Dollar pro Monat, zusammen mit TV-Programmen für 120 US-Dollar. Für eine derart schnelle Netzverbindung verlangen US-Kabelnetzbetreibern derzeit rund 500 US-Dollar pro Monat ­ wenn sie überhaupt verfügbar ist. Darüber hinaus bietet Google eine "Gratis"-Variante für Haushalte an, die mit einer Gigabit-Leitung noch nichts anzufangen wissen, sich eine Nutzungsoption aber offen halten wollen. Für sie gibt es 5 MBit/s für lau, wenn sie die bei den hochwertigen Alternativen nicht anfallende Anschlussgebühr in Höhe von einmalig 300 US-Dollar berappen.

Die Premiumklasse versucht der Konzern den Kunden dagegen mit einigen ebenfalls kostenlosen Schmankerln schmackhaft zu machen. Neben den im "Google Fiber Blog" versprochenen "zehntausenden TV-Shows in HD-Qualität" wird ein Festplattenrekorder mit 2 Terabyte Speichervermögen sowie das neue Nexus-7-Tablet als Fernbedienung mitgeliefert. Auf Pay-TV-Kabelkanäle müssen die Glasfaser-Nutzer aber vorerst verzichten. Im reinen Gigabit-Internet-Anschluss ist noch ein 1-Terabyte-Speicher im Cloud-Dienst Google Drive enthalten.

Wie weit der bisherige Versorgungsgrad reicht, ist unklar. Am weitesten ist Google laut Medienberichten im Zentrum des zum Bundesstaat Kansas gehörenden Stadtteils gekommen. Anfang April hatte das Unternehmen erklärt, über 100 Meilen Glasfaserleitungen verlegt zu haben. Der Großteil davon hängt an Masten, die auch für Kabelfernsehen und Telefonverbindungen genutzt werden. Die Verlegung unter der Erde ist in den USA zumeist nicht üblich.

Googles Netzausbau wird auch im Hinblick auf die Debatte über Netzneutralität gesehen. Der Suchmaschinenkonzern könnte sich mit eigenen Netzen unabhängiger von den Netzbetreibern machen, die sich die Verbreitung von Inhalten wie Videos von YouTube bezahlen lassen wollen. (vbr)