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Googles IT-Sicherheitschef befürchtet ausufernden Cyber-Krieg

Immer geschicktere Online-Angreifer brechen einen regelrechten Technikkrieg im Netz vom Zaun: Vor einem solchen Szenarium warnt Gerhard Eschelbeck, Verantwortlicher für die IT-Sicherheit bei Google.

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Die "Bedrohungs-Landschaft" habe sich gewandelt, sagte Eschelbeck im Interview mit dem "Spiegel". Der promovierte Informatiker beobachtet zunehmend zielgerichtete Attacken von Staats-Hackern. "Wir haben es immer mehr mit Angreifern zu tun, die von bestimmten Ländern gesponsert werden und dabei ganz konkrete Absichten verfolgen."

Gerhard Eschelbeck leitet den Bereich IT-Sicherheit bei Google im kalifornischen Mountain View.

Mit der Entwicklung des viel zitierten Internet der Dinge würden viele weitere Sicherheitslücken hinzukommen. Ein Auto sei heute nichts anders als ein großer Supercomputer, der drahtlos mit allem und jedem verbunden werden könne. "Wir, und damit meine ich die ganze Branche, müssen dafür sorgen, dass dabei künftig von Anfang an auch die Sicherheit mit eingebaut ist, sei es bei Autos oder bei Herzschrittmachern", so Eschelbeck.

Der gebürtige Österreicher warb in dem Zusammenhang für eine einheitliche Zertifizierung zur Sicherheit vernetzter Geräte. Teil des Problems sei es, dass das Internet prinzipiell nicht sehr transparent sei. "Deswegen muss Google für diese Transparenz sorgen und den Nutzern zeigen, was mit ihren Daten passiert", sagte Eschelbeck. Bislang sei bei Google im Umgang mit Datenschutz "sicher nicht alles richtig gelaufen". Er betrachte es deshalb als seine persönliche Aufgabe, für
mehr Transparenz zu sorgen.

Eschelbeck übt seine gegenwärtige Funktion als Bereichsleiter für Security Engineering bei dem Internet-Konzern seit Oktober 2014 aus. Zuvor war er Technikchef des Sicherheitsdienstleisters Sophos. (psz)