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Googles Pläne für eine bessere Suchmaschine

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Google hat in einem Blogbeitrag neue Maßnahmen angekündigt, um seine Suchmaschine noch effektiver zu machen: So soll der Knowledge Graph nach den USA nun in allen englischsprachigen Ländern zugänglich sein und künftig auch mit Googles Spracherkennung verbunden werden. Außerdem sollen persönliche Mails bei Gmail mit in die Suche einbezogen werden. Wann die Erweiterungen in Deutschland verfügbar sind, ist bisher nicht bekannt.

Beim Knowledge Graph handelt es sich um eine semantische Suchfunktion, die Google bereits im Mai 2012 vorgestellt hatte. Sie basiert laut Unternehmensangaben auf einer großen Informationsdatenbank, die derzeit über 500 Millionen Objekte und mehr als 3,5 Milliarden Informationen über die Beziehungen zwischen ihnen enthält. Die Suchfunktion kann rechts neben der Ergebnisliste die wichtigsten Informationen zum Suchobjekt zusammenzustellen, bei berühmten Personen zum Beispiel Geburts- und Sterbedaten, wichtige Werke, Stationen im Lebenslauf und ähnliches. Besonders gut soll das neben Berühmtheiten auch mit Gebäuden, Städten, Sportmannschaften, Orten, Filmen, Himmelsobjekte, Kunstwerke oder Ähnlichem funktionieren.

Diese Informationsschnipsel lassen sich laut Google per Click nach oben auf die Seite verlagern, wo sie um eine Listenansicht mit verwandten Begriffen ergänzt werden. Diese Funktion soll vor allem zum Tragen kommen, wenn Beispiele zu einem Oberbegriff gesucht werden, also etwa bei Sucheingaben wie "die besten Hardrock-Alben" oder "Sehenswürdigkeiten in Paris". Bei zweideutigen Sucheingaben wie dem Wort "Rio", das die Stadt in Brasilien, ein Animationsfilm oder ein Las-Vegas-Casino sein kann, macht Google auf Basis seines Knowledge Graphs Vorschläge zur Klärung.

Auch die Suche per Spracheingabe soll mit den Möglichkeiten des Knowledge Graph verbunden werden. Die Funktion ist Google zufolge bereits seit einigen Wochen für Android-Geräte verfügbar und soll nun demnächst auch für iPhone und iPad zugänglich sein. Dabei soll etwa die Frage nach dem Kinoprogramm eine Liste aktuell gezeigter Filme in der Umgebung bringen. Wenn eine direkte Antwort auf die Frage möglich ist, soll diese sogar in gesprochener Form ausgegeben werden.

E-Mails als Teil der Suchergebnisse.

(Bild: Google)

Die Einbindung von Gmail soll es möglich machen, das eigene E-Mail-Postfach für die Suche heranzuziehen. Google startet zunächst einen anmeldungspflichtigen Beta-Test dazu, an dem aber nur Nutzer aus den USA teilnehmen können. Eine Anfrage wie „Meine Flüge“ würde mit einer Übersicht beantwortet werden, die per E-Mail erhaltene Buchungsinformationen auflistet. Laut Informationen von Cnet gibt es auch Pläne, künftig weitere Google-Dienste in die Suche zu integrieren, unter anderem den Kalender und Google Drive. Seit Anfang des Jahres bezieht Google bereits sein soziales Netzwerk Google plus als Quelle für Suchergebnisse mit ein. (axk)