Googles "Scholar"-Dienst bedroht die Fachverlage

Wissenschaftliche Artikel sind zumeist nur über teure Fachpublikationen zu bekommen. Die Veröffentlichung im Internet entwickelt sich zur zwingenden Alternative.

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Von
  • Sascha Mattke

Die Suchmaschine Google hat vor kurzem ihren neuen Dienst Google Scholar gestartet, über den sich speziell nach wissenschaftlichen Veröffentlichungen recherchieren lässt. Bislang sind viele der Fundstellen nur als Abstract einsehbar, und weitergehende Informationen bleiben den zahlenden Abonnenten der jeweiligen Publikation vorbehalten. Aber das Modell liefert Futter im Kampf von Uni-Biblioteken gegen die ihrer Meinung nach überhöhten Abo-Gebühren. Das berichtet Technology Review aktuell.

Der Abo-Preis für wissenschaftliche Zeitschriften kann zwischen 500 und 20.000 US-Dollar pro Jahr liegen. Bibliothekare verweisen darauf, dass ihre Kosten für Periodika in den vergangenen 15 Jahren um 227 Prozent gestiegen seien -- obwohl sie gleichzeitig die Zahl der verfügbaren Publikationen reduziert haben. Wissenschaftliche Verlage wie Reed Elsevier aus den Niederlanden oder Springer Science + Business Media Marktführer begründen die hohen Gebühren mit den Kosten des Veröffentlichungsprozesses.

Eine Publikation im Internet dagegen bietet eine Alternative, die zumindest die Kosten für Druck und Vertrieb wegfallen lassen könnte -- und tatsächlich verlangen öffentliche Institutionen, die Forschungsprojekte fördern, zunehmend eine kostenlose Publikation der Ergebnisse im Internet. Die bessere Verfügbarkeit soll die Forschung voranbringen und auch normalen Bürgern Zugang zu wissenschaftlichen Erkenntnissen ermöglichen.

Siehe dazu in Technology Review aktuell: (sma)