Menü

Grafikchip GeForce 8800 GT schließt Leistungslücke

vorlesen Drucken Kommentare lesen 162 Beiträge

Referenzkarte mit GeForce 8800 GT.

Der GeForce 8800 GT von Nvidia richtet sich an Anwender, die eine größere 3D-Leistung benötigen und arbeitet mit 112 Shader-ALUs, einem Chiptakt von 600 MHz und einem Shader-Takt von 1500 MHz. Der 512 MByte große Speicher ist für 900 MHz ausgelegt und wird über 256 Datenleitungen angesteuert. Grafikkarten mit dem 8800er-GT-Chip ersetzen die leistungsschwächere 320-MByte-Version des GeForce 8800 GTS, der mit 96 Shader-ALUs, 500 MHz Chip-, 1200 MHz Shader- sowie 800 MHz Speichertakt auskommen muss, aber ein 320-Bit-Interface besitzt.

Der GeForce 8800 GT beruht auf dem G92-Chip mit 781 Millionen Transistoren, bei dem Nvidia erstmals auf die 65-nm-Fertigung wechselt und dadurch höhere Taktfrequenzen verwenden kann. Trotzdem bleibt die Leistungsaufnahme mit 105 Watt moderat, und für die Kühlung reicht ein 1-Slot-Lüfter. Erstmals bietet Nvidia die für HD-Videos besser geeignete Video-Engine, die bislang den GeForce 8500 und 8600-Chips vorbehalten war, auch in einem 8800er-Chip an (Pure Video HD 2.0). Das Interface erfüllt bereits die Spezifikationen von PCIe 2.0, das Daten doppelt so schnell von und zum Grafikchip überträgt. Spiele profitieren davon allerdings noch nicht. In Verbindung mit entsprechenden Mainboards soll PCIe 2.0 aber GPGPU-Anwendungen beschleunigen können, die den Grafikchip als Rechenknecht für wissenschaftliche Aufgaben einsetzen. Größere Änderungen an den ALU- und Textur-Einheiten gibt es nicht.

Die Leistung des GeForce 8800 GT soll teilweise sogar über der des 8800 GTS mit 640 MByte liegen. Nach Angaben von Nvidia sind die GTS- und GTX-Grafikkarten bei hohen Antialiasing-Einstellungen mit ihrem 320- beziehungsweise 384-Bit-Speicherinterface aber nach wie vor schneller.

Der Preis einer GeForce-8800-GT-Karte soll 230 Euro betragen, er kann aufgrund der Nachfrage anfänglich auch darüber liegen. In ein oder zwei Wochen folgen voraussichtlich preisgünstigere OEM-Versionen mit 256 MByte Speicher. Einzelne Kartenhersteller arbeiten zudem an 1-GByte-Versionen. Im November will Konkurrent AMD den RV670-Chip mit einem ähnlichen Preis-/Leistungsverhältnis anbieten, wofür es aber noch keine offizielle Bestätigung gibt. (Manfred Bertuch) / (chh)