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Grafikchip-Markt: Nvidias Anteil rutscht drastisch ab

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Nvidia setzt auf die nächste GPU-Generation Kepler, die frühestens Ende des Jahres vorgestellt wird.

(Bild: Nvidia)

Nvidia steht weiter unter Druck: Auch im ersten Quartal des Jahres 2011 konnte AMD mehr Grafikchips als Nvidia verkaufen und seinen Vorsprung im Vergleich zum vorherigen Quartal weiter ausbauen. Dies geht aus einer aktuellen Pressemitteilung von Jon Peddie Research (JPR) hervor. So betrug der Marktanteil der verkauften AMD-Grafikchips 24,8 Prozent (+0,6 Prozentpunkte), während Nvidias GPU-Anteil von 22,5 auf 20 Prozent schrumpfte. Im Vergleich zum Vorjahresquartal legte AMD sogar 3,3 Prozentpunkte zu, Nvidias Marktanteil rutschte um 8 Prozentpunkte ab.

Weiterhin klarer Führer ist Intel – 54,4 Prozent aller abgesetzten Grafikchips kamen im ersten Quartal aus diesem Hause. Allerdings zählten die Marktforscher neben den auf Grafikkarten sitzenden GPUs auch in Chipsätzen und Prozessoren integrierte Grafikkerne mit. Insgesamt wurden im ersten Quartal 2011 rund 125 Millionen Grafikchips – und damit 10,3 Prozent mehr als im vorherigen Quartal – abgesetzt. Die Verkäufe von Komplett-PCs gingen im gleichen Zeitraum allerdings um 5,4 Prozent zurück auf insgesamt 83 Millionen Stück. JPR beruft sich bei dieser Angabe auf einen Durchschnittswert der Berichte von Dataquest, IDC und iSuppli.

Der Anteil von Matrox-Grafikchips halbierte sich auf 0,05 Prozent, jener von VIA/S3 lag laut JPR bei 0,7 Prozent. SiS spielte keine Rolle mehr.

Im Vergleich zum Vorjahresquartal rutschte Nvidias Marktanteil von 28 auf 20 Prozent ab.

(Bild: c't)


Die Marktforscher von Mercury Research errechneten ähnliche Werte für AMD (24,8 Prozent), Nvidia (19,8 Prozent) und Intel (54,7 Prozent). Mercurys Zahlen gehen allerdings noch weiter und differenzieren die Marktanteile außerdem bei den ausschließlich auf Grafikkarten vorkommenden GPUs. Hier liegt Nvidia (59,4 Prozent) deutlich vor AMD (40,6 Prozent), im Notebook-Bereich kehrt sich das Verhältnis zu Gunsten von AMD um (58,3/41,7 Prozent). Allerdings konnte AMD im Vergleich zum Vorjahresquartal in beiden Bereichen deutlich zulegen (+5,7/+8,6 Prozentpunkte), während Nvidia weiter Anteile verlor. Und auch in den kommenden Monaten dürfte es Nvidia nicht einfacher haben, schließlich kommen voraussichtlich Mitte des Jahres noch AMDs Llano-Prozessoren mit leistungsfähigen integrierten DirectX-11-Grafikkernen, die vor allem im Notebook-Markt noch den ein oder anderen Prozentpunkt ergattern dürften.

Nvidia-Chef Huang unter Druck: Nvidias GPU-Marktanteile schwinden.

(Bild: c't)

Nvidia hat bis zur nächsten GPU-Generation Kepler noch eine große Durststrecke zu überwinden. So will das Unternehmen etwa am 17. Mai die Performance-Grafikkarte GeForce GTX 560 (ohne Ti) enthüllen, die wahrscheinlich jedoch nichts weiter ist als eine mit höheren Taktfrequenzen laufende GeForce GTX 460. Für den Sommer hat Nvidia das Tegra-3-Einchipsystem ("Kal-El") für Smartphones und Tablets veranschlagt, auf dessen Silizium ein Quad-Core-Prozessor und eine ULP-GeForce-GPU mit 12 Non-Unified-Kernen steckt.

Die Desktop-Chips "Kepler" sollen allerdings frühestens Ende des Jahres kommen und bereits mit Preemption- und Virtual-Memory-Funktionen ausgestattet sein. Allerdings könnte Kepler sich auch stark verspäten, schließlich hängt der Veröffentlichungstermin wohl vor allem am taiwanischen Auftragsfertiger TSMC, denn die neuen Chips werden im modernen (und bisher unausgereiften) 28-Nanometer-Verfahren gefertigt. Nvidia dürfte daran gelegen sein, Kepler mit viel Tamtam (wie auch den Fermi-Vorgänger) auf seiner jährlichen Hausmesse GPU Technology Conference vorzustellen. Die hat das Unternehmen vor kurzem von September 2011 auf April/Mai 2012 verschoben. (mfi)

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