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Grafikchip Radeon X1900 trumpft mit 48 Pixel-Shadern auf

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ATI verdreifacht bei seinem neuen Highend-Chip Radeon X1900 die Rechenleistung und setzt sich vor seinen Konkurrenten Nvidia wieder an die Spitze. Beim Radeon X1900 integriert ATI 48 Pixel-Shader und verdreifacht damit die Shader-Anzahl gegenüber dem Vorgänger Radeon X1800. Auch die Zahl der Register für Zwischenergebnisse hat ATI verdreifacht. Die Zahl der Textur-Einheiten beträgt weiterhin 16.

ATIs jüngste Kreation besitzt also die dreifache Rechenleistung für die Ausführung von Grafik- und Beleuchtungsalgorithmen. Damit folgen die kanadischen 3D-Spezialisten dem Trend zu immer komplexeren Shader-Programmen, die nicht mehr Texturdaten, sondern mehr Arithmetikleistung benötigen, um Oberflächen realistischer darzustellen und eine größere Zahl von dynamischen Lichtquellen zu berechnen. Bei F.E.A.R. sollen beispielsweise auf jede Texturoperation sieben Arithmetikoperationen kommen. Die geballte Shader-Power ermöglicht es prinzipiell auch, Texturen erst dann, wenn Sie gebraucht werden, zu errechnen (prozedurale Texturen, zum Beispiel Perlin Noise). Auch die Simulation von Strömungen und Rauch lässt sich bei ausreichender Shader-Leistung von der CPU auf den Grafikchip verlagern.

Die schnellste Ausführung – Radeon X1900 XTX – arbeitet mit 650 MHz Chip- und 775 MHz Speichertakt nur unwesentlich schneller als der Vorgänger. ATI vermeidet höhere Speichertakte, da schnellere DRAMs nicht ausreichend verfügbar sein sollen. Höheren Chiptakten dürfte die Stromaufnahme der 380 Millionen Transistoren entgegenstehen. Die zweite Variante – Radeon X1900 XT – ist mit 625 und 725 MHz Chip-/Speichertakt nur wenig langsamer. Im Vergleich zu Nvidias schnellstem Produkt – GeForce 7800 512 mit 550 MHz Chip- und 850 MHz Speichertakt sowie 24 Pixel-Shadern – kann ATIs XTX-Ausführung mit der 2,36-fachen Pixel-Shader-Leistung aufwarten.

Erste Messungen mit aktuellen Spielen bestätigen die überlegene Shader-Leistung. Bei 1600er-Auflösung und höchsten Qualitätseinstellungen mit vierfachem Antialiasing und achtfachem anisotroper Filterung kann sich der X1900 XTX deutlich vom GeForce 7800 GTX 512 absetzen. Bei Splinter Cell – Chaos Theorie und der Demo des Sciencefiction-Spiels X3 – The Reunion beträgt der Vorsprung rund 14 Prozent. Bei Call of Duty 2 steigt er bereits auf 18 und bei F.E.A.R. auf über 30 Prozent. Bei Doom 3 herrscht Gleichstand. Im 3D-Benchmark 3DMark 2006 erzielt die X1900-XTX-Karte 4922 Punkte gegenüber 4606 Punkten für das Nvidia-Flaggschiff. Hier fällt der Vorsprung im HDR/SM3.0-Test mit 2560 gegenüber 2182 Punkten am deutlichsten aus. ATI sieht den 3DMark06 allerdings eher als SM-2.0-Test, da er die Vorteile von SM-3.0 nur ansatzweise nutze.

ATIs Board-Partner wollen die X1900-Reihe bereits ab nächster Woche anbieten. Der XTX-Ausführung soll rund 650 Euro und die XT-Version 550 Euro kosten. Die CrossFire-Ausführung der Radeon X1900 XT beziffert ATI auf 600 Euro. In einigen Wochen soll noch eine All-in-Wonder X1900 mit integriertem UKW- und TV-Tuner folgen, die mit 500/480 MHz Chip-/Speichertakt arbeitet und bei 500 Euro liegen soll. Die Radeon X1800-Reihe ist vorerst noch weiter erhältlich. ATI will sie aber mittelfristig durch die X1900-Produkte ersetzen. Alle Messergebnisse und weitere Details bringt c't in Ausgabe 4/06 (ab Montag, den 6. Februar, im Handel). (Manfred Bertuch) / (Manfred Bertuch) / (jk)

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