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Grafikchipmarkt wächst, Nvidia verkauft weniger Desktop-GPUs

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Der Absatz von GPUs seit dem ersten Quartal 2001.

(Bild: Jon Peddie Research)

Der Grafikchipmarkt wächst: Im zweiten Quartal 2012 wurden 5,5 Prozent mehr Grafikchips abgesetzt als im Vorjahresquartal – insgesamt 126 Millionen Stück. Dies geht aus einer aktuellen Analyse des Marktforschungsunternehmens Jon Peddie Research (JPR) hervor. Im Vergleich mit dem ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Marktforscher immerhin noch einen Anstieg um 2,7 Prozent. JPR zählt sowohl die auf Grafikkarten sitzenden als auch die in Hauptprozessoren integrierten GPUs. Besonders letztere sind für die ansteigenden Absätze verantwortlich.

Daher bleibt Intel mit einem Anteil von 62 Prozent weiterhin unangefochtener Marktführer – laut JPR enthalten 90 Prozent von Intels verkauften Non-Server-Prozessoren einen Grafikkern. Auf den Plätzen zwei und drei folgen AMD und Nvidia mit 22,7 beziehungsweise 14,8 Prozent. Nvidia musste im Vergleich zum Vorjahresquartal demnach einen Rückgang um 5,4 Prozentpunkte verkraften, bei AMD waren es dagegen nur 1,8 Prozentpunkte weniger, Intel legte 7 Prozentpunkte zu. VIA/S3 (0,5 Prozent) und Matrox (0,04 Prozent) spielen kaum noch eine Rolle.

Marktanteil Q2/2012 Marktanteil Q1/2012 Marktanteil Q2/2011
AMD 22.7% 25.2% 24.5%
Intel 62.0% 59.1% 55.0%
Nvidia 14.8% 15.1% 20.2%
Matrox 0.04% 0.0% 0.0%
VIA/S3 0.5% 0.6% 0.6%
Datenquelle: Jon Peddie Research

Intel konnte im ersten Quartal laut JPR 6,3 Prozent mehr in Desktop-Prozessoren integrierte Grafikkerne absetzen, im Notebook-Bereich verzeichnete die Firma sogar einen Zuwachs von 13,9 Prozent. Dagegen musste AMD einen Rückgang seines Kombiprozessor/APU-Absatzes um 13,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2012 hinnehmen (Desktop). Bei den Notebook-APUs sanken die Absätze um 6,7 Prozent. 68 Prozent aller AMD-Prozessoren (außer Server-Varianten) enthalten laut JPR einen Grafikkern. Bei diskreten Notebook-GPUs verzeichnete AMD einen Zuwachs von 55,8 Prozent, was laut Jon Peddie aber nur rund 300.000 Einheiten entsprechen soll.

Nvidia setzte im Vergleich zum ersten Quartal des Jahres 10,4 Prozent weniger Desktop-GPUs ab, konnte aber im Mobilbereich um 19,2 Prozent zulegen. Grund hierfür seien vor allem die mobilen GeForce-GPUs in Ultrabooks. Im Desktop-Bereich klafft bei Nvidia noch immer eine große Lücke zwischen den rund 80 Euro teuren GeForce GT 640 und den ab 290 Euro erhältlichen GeForce GTX 660 Ti, denn in diesem Preisbereich hat Nvidia noch immer keine Grafikkarten mit sparsamen Kepler-GPUs mit 28-Nanometer-Technik zu bieten.

Betrachtet man nur die Anzahl diskreter Desktop- und Notebook-GPUs, stieg deren Absatz um 0,5 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal, sank allerdings um 7 Prozent in Hinblick auf das Vorjahresquartal. Die JPR-Analysten erwarten bis zum Jahr 2015 eine Wachstumsrate diskreter GPUs von 5 Prozent. (mfi)