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Grafikkarte Nvidia GeForce GTX 1080 Ti angetestet: Höchstleistung für 4K-Gaming, HDR und Virtual Reality

Das Referenzmodell der GeForce GTX 1080 Ti bietet eine hohe 3D-Leistung, die für 4K und VR ausreicht. Ihre Leistungsaufnahme bleibt dabei noch im Rahmen. Nvidia verlangt für die Karte 820 Euro.

Nvidia GeForce GTX 1080 Ti: Höchstleistung für 4K und Virtual Reality dank 3584 Kernen

Nvidia GeForce GTX 1080 Ti

(Bild: c't/Andreas Wodrich)

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ASUS GeForce GTX 1080 Ti Founders Edition, GTX1080TI-FE, 11GB GDDR5X, HDMI, 3x DisplayPort ab € 2163,–

Nvidia hat die GeForce GTX 1080 Ti im Rahmen der Game Developers Conference (GDC) als sein neues Grafikkarten-Flaggschiff vorgestellt. Die High-End-Grafikkarte soll Spiele sogar mit höheren Bildraten darstellen als das bisherige Top-Modell Titan X (Pascal). In der Redaktion ist nun ein Testexemplar der GeForce GTX 1080 Ti aufgeschlagen, das wir auf seine 3D-Performance, Leistungsaufnahme und Lautstärke untersucht haben.

Die GeForce GTX 1080 Ti entfacht ausreichend Performance, um Spiele in 4K ruckelfrei darzustellen. Selbst bei voller Detailstufe zeigt sie Spiele wie "Rise of the Tomb Raider" und "GTA V" in 4K mit knapp 60 fps an – letzteres sogar mit vierfacher Multisampling-Kantenglättung (MSAA). Ältere Titel wie "Mordors Schatten" laufen mit über 80 fps ruckelfrei. Im Vergleich mit der GeForce GTX Titan X ist sie in den meisten Spielen einen Tick schneller – der Vorsprung liegt jedoch im einstelligen Prozentbereich und ist folglich nur mess-, aber nicht spürbar.

In 3DMark Firestrike erreicht die 1080 Ti 19.680 Punkte (Extreme: 12.252), im DirectX-12-Test Time Spy sehr gute 8231 Punkte. Im absteigender Performance folgen Titan X Pascal (Firestrike: 19.541 Punkte), GeForce GTX 1080 (16.881), GTX 1070 (14.876), 980 Ti (12.891) und AMD Radeon R9 Fury X (11.741). Auch bei Compute-, Raytracing und Tessellation-Aufgaben setzt sich die 1080 Ti an die Spitze aktueller Desktop-Grafikkarten.

Insgesamt gibt sich die GeForce GTX 1080 Ti dabei vergleichsweise sparsam. Nvidia beziffert die maximale Leistungsaufnahme mit 250 Watt; unter dieser Grenze bleibt unser Testexemplar. Unsere Messapparatur protokollierte unter Last bis zu 248 Watt. Nach einer Weile konstanter Dauerlast drosselt die GPU ihre Taktfrequenz auf 1480 MHz – also ihren Basistakt. Der Turbo-Modus greift meist bei vergleichsweise kurzen Last-Peaks, geht dann aber über die von Nvidia spezifizierten 1582 MHz hinaus – in unseren Tests auf bis zu 1911 MHz.

Der kleine Radiallüfter dreht sich beim Spielen mit bis zu 2400 U/min und erzeugt 1,2 Sone – ist also hörbar, aber noch erträglich. Nerviger ist das auftretende Spulenfiepen, das besonders bei hohen Bildraten deutlich hörbar ist – bei der Titan X beobachteten wir ein solches Verhalten nicht.

Im Leerlauf ist die GeForce GTX 1080 Ti sehr leise; unsere Messgeräte nahmen sowohl im Ein- als auch im Mehrschirmbetrieb weniger als 0,1 Sone wahr. Mit einem angeschlossenen WQHD-Display schluckt die 1080 Ti 9 Watt, mit einem 4K-Display oder zwei Full-HD-Displays 11 Watt. Ab drei angeschlossenen Displays schnellt die Leistungsaufnahme auf 61 Watt hoch – mit vier Displays bleibt dieser Wert konstant. Entsprechend stieg auch die GPU-Temperatur von 36 auf 52 °C.

Die GeForce GTX 1080 Ti bietet vier Display-Anschlüsse: Drei DisplayPort v1.4 und einmal HDMI 2.0b. Via DisplayPort lassen sich 5K-Displays über ein einziges Kabel mit 60 Hz versorgen; alternativ 4K-Displays mit 120 Hz. Über HDMI 2.0b sind 4K mit 60 Hz möglich. Einen separaten DVI-Anschluss hat sich Nvidia zugunsten der zusätzlichen Lüftungsschlitze geschenkt.

Die integrierte Video-Engine dekodiert H.264-, HEVC- und VP9-Filme in 4K mit bis zu 120 Hz; die maximale Bitrate beträgt 240 MBit/s beziehungsweise 320 MBit/s (HEVC, VP9). Die Dekodier-Hardware soll sogar 8K-Filme mit 30 Hz packen. Beim HEVC-Format werden auch 10- und 12-Bit-Farbtiefen unterstützt – wichtig für die Wiedergabe von Filmen mit Hochkontrastbildern (High Dynamic Range/HDR). Solche Filme bietet etwa der Streaming-Dienst Netflix an, allerdings erlaubt die Firma derzeit nur die Wiedergabe solcher 4K-HDR-Filme auf Systemen mit Kaby-Lake-Hauptprozessoren von Intel. Das soll sich aber noch ändern.

Nvidia verlangt für die GeForce GTX 1080 Ti rund 820 Euro. Sie kostet also wesentlich weniger als die vergleichbare Titan X, die Nvidia für 1359 Euro verkauft. Im Laufe des Monats wollen Nvidias Partner auch Varianten abseits des Referenzmodells verkaufen – mit eigenen Kühlsystemen und höheren Taktfrequenzen.

GeForce GTX 1080 Ti Nvidia Titan X GeForce GTX 1080
GPU GP102 GP102 GP104
Fertigung 16 nm FinFET 16 nm FinFET 16 nm FinFET
Transistoren 12 Mrd. 12 Mrd. 7,2 Mrd.
Shader-Rechenkerne 3584 3584 2560
Rechengruppen 28 SM 28 SM 20 SM
Textureinheiten 224 224 160
Texeldurchsatz 358,4 GTex/s 342,9 GTex/s 277,3 GTex/s
Rasterendstufen 88 96 64
GPU-/Turbo-Takt 1481 / 1582 MHz 1417 / 1531 MHz 1607 / 1733 MHz
Rechenleistung (SP) 11,47 TFlops 10,16 TFlops 8,23 TFlops
Rechenleistung (DP) 0,358 TFlops 0,317 TFlops 0,257 TFlops
Speicher 11 GByte GDDR5X 12 GByte GDDR5X 8 GByte GDDR5X
Speicher-Takt (R/W) 2750 MHz 2502 MHz 2754 MHz
Speicher-Anbindung 352 Bit 384 Bit 256 Bit
Datentransferrate 484 GByte/s 480 GByte/s 320 GByte/s
Stromanschlüsse 1 × 6-pin, 1 × 8-pin 1 × 6-pin, 1 × 8-pin 1 × 8-pin
Formfaktor Dual-Slot Dual-Slot Dual-Slot
Display-Anschlüsse 3×DP 1.4, HDMI 2.0b 3×DP 1.4, HDMI 2.0b, DVI 3×DP 1.4, HDMI 2.0b, DVI
Mehrschirmbetrieb 4 4 4
Temperatur-Grenzwert 94°C 94°C 92°C
TDP 250 Watt 250 Watt 180 Watt
Direct3D Feature Level 12_1 12_1 12_1
Preis ab ca. 820 Euro 1300 Euro 600 Euro

(mfi)

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