Gravitationswellen: Sonntag Tag der offen Tür im Inferometer GEO600

Wer sich mal anschauen will, wie Gravitationswellen überhaupt gemessen werden können, der sollte am Sonntag den 31.Juli 2016 nach Sarstedt zwischen Hannover und Hildesheim kommen

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(Bild: MPI für Gravitationsphysik)

Von
  • Andreas Stiller

Gavitationswellen live – jedenfalls fast. Am Sonntag dem 31. Juli von 11 bis 16 Uhr können sich Interessierte das große Interferometer GEO600 in Ruthe bei Sarstedt von außen und innen anschauen und sich von Fachleuten die Funktionsweise und darüber hinaus alles über Gravitationswellen erklären lassen.

Um Kosten zu sparen, mussten die Wissenschaftler in ihrer Freizeit selbst Hand anlegen. Hier Prof. Dr. Karsten Danzmann bei der Arbeit.

(Bild: Peter Aufmuth)

Das in Zusammenarbeit mit britischen Universitäten, der Leibniz-Universität in Hannover und dem Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik errichtete Großinterferometer GEO600 war ursprünglich als GEO mit 3 km langen Armen in zwei Tunneln im Harz geplant. Aber die seinerzeit neue niedersächsische Landesregierung Schröder kürzte dann 1990/91 erheblich die Zuschüsse. Mit dem verbleibenden Budget von nur 20 Millionen DM musste auf eine Sparversion mit nur 600 Meter langen Armen ausgewichen werden, die dann einige Jahre später realisiert wurde.

Die Besucher können sich vor Ort selbst ein Bild davon machen, wie sparsam die Wissenschaftler alles um die kostbaren Instrumente herum ausgelegt hatten, um überhaupt mit dem Budget klarzukommen. Selbst eine leichte Korrektur der Wege war nicht drin, um so den Armen den üblichen Winkel von 90° zu gönnen – wie sich mit einem Blick auf Google Earth erahnen lässt sind es etwas mehr, nämlich 93°.

Hätte man damals nicht so geknausert – mit dem 3 km-Interferometer wären die Chancen sehr gut gewesen, die ersten Gravitationswellen in Niedersachsen aufzuspüren – so waren es die US-amerikanischen LIGO-Detektoren, die sie im Herbst 2015 erstmals nachweisen konnten. (as)