Greenpeace: Folgen des Super-GAU von Fukushima für die Umwelt dauern Hunderte Jahre

Der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima vor fünf Jahren hat nicht nur Auswirkungen auf das Leben der Bevölkerung. Auch die Natur ist stark betroffen; Greenpeace wirft der Regierung Verharmlosung vor.

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In schwarze Säcke wird der kontaminierte Abraum gefüllt – neun Millionen Kubikmeter sollen es sein

(Bild: Greenpeace)

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Die Umweltbelastung durch den Super-GAU im japanischen Atomkraftwerk Fukushima Daiichi am 11. März vor fünf Jahren wird nach Einschätzung von Greenpeace noch Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte andauern. Das massive Dekontaminierungsprogramm der Regierung werde die ökologische Bedrohung durch die enorme Menge an Radioaktivität aus Fukushima kaum verringern, sagte Kendra Ulrich, Atomaktivistin von Greenpeace Japan. Die Umweltschutzorganisation hat seit dem Atomunfall zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen in Fukushima vorgenommen.

Studien zeigten, dass die Auswirkung der radioaktiven Verseuchung auf die Umwelt bereits offensichtlich werde. So enthielten neue Blätter hohe Konzentrationen an Radioaktivität. Zumindest bei den in Japan massenhaft verbreiteten Zedernbäumen sei dies auch in Pollen der Fall. Jedes Jahr leidet das gesamte Volk in Japan unter den Pollen der Bäume. Zudem nehme offenbar die Wachstumsmutation von Tannen mit dem Ansteigen der Strahlendosis zu. Auch bei Schmetterlingen in stark verstrahlten Gebieten seien erbliche Mutationen beobachtet worden.

Des weiteren sei die DNA von Würmern beschädigt, während die Fruchtbarkeit von Rauchschwalben den Studien zufolge abzunehmen scheine. Ferner nähmen die Bestände von 57 Vogelarten mit erhöhter Strahlenmenge ab. Auch in Süßwasserfischen seien hohe Konzentrationen an Cäsium festgestellt worden. Mit der Kontaminierung von Mündungsgebieten an der Küste sei eines der wichtigsten Ökosysteme betroffen, heißt es in dem Greenpeace-Bericht weiter.

Die Regierung lässt seit Jahren mit gigantischem Aufwand weite Gebiete in der Region dekontaminieren. Der Abraum gelangt in große schwarze Plastiksäcke. Inzwischen lägen allein in der Provinz Fukushima an mindestens 113.000 Stellen der Region mehr als neun Millionen Kubikmeter in aufgereihten Säcken verstreut, so Ulrich. Die Regierung von Ministerpräsident Shinzo Abe halte einen "Mythos" aufrecht, dass sich die Lage fünf Jahre nach dem Gau normalisiere. Das Beweismaterial entlarve dies als pure "politische Rhetorik".

Den betroffenen Menschen werde gesagt, es sei sicher, zurückzukehren. Dabei sei die Strahlung in den Gebieten oft nach wie vor zu hoch. Zudem seien sie umgeben von schwerer Kontaminierung. Dadurch bestehe für die absehbare Zukunft weiter die Gefahr, dass die Gebiete erneut kontaminiert würden, warnte Ulrich. Am 11. März 2011 hatte ein Beben einen Tsunami ausgelöst, der die Nordostküste Japans traf und in Fukushima zur schwersten Atomkatastrophe seit Tschernobyl führte.

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(anw)