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Greenpeace und Bayer streiten über Gen-Reis und Protest-Mails

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Der Streit zwischen der Umweltschutzorganisation Greenpeace und dem Bayer-Konzern über den Anbau und Verkauf von gentechnisch verändertem Reis weitet sich auch auf das Internet aus. Nach Greenpeace-Angaben übte der Leverkusener Konzern zuletzt Druck auf den Provider aus, der die Greenpeace-Website "EinkaufsNetz" hostet. Auch die Agentur, die die Website technisch betreut, sei von Bayer aufgefordert worden, die Seite zu sperren. Grund sind vorgefertigte Protest-Mails, die über das "EinkaufsNetz" an einzelne Bayer-Manager verschickt werden können.

Während Greenpeace die Protest-Mails als legitimes Mittel erachtet, mit dem Bürger ihren Unmut über die Konzernpolitik zum Ausdruck bringen können und Bayer auffordern, aus dem Geschäft mit Gen-Reis auszusteigen, sieht Bayer darin offenbar lediglich Spam und forderte den Provider laut Greenpeace auf, den Versand zu unterbinden. Laut Greenpeace war das "EinkaufsNetz" unter dem Hinweis "Server nicht gefunden" Anfang der Woche nahezu einen Tag lang nicht erreichbar. Erst nach Intervention seitens Greenpeace habe der Provider die Site wieder online gestellt.

"Wo würden wir hinkommen, wenn große Konzerne per Zuruf das World Wide Web zensieren und kontrollieren könnten", drückt Greenpeace-Sprecherin Ulrike Brendel ihre Verärgerung über die Website-Sperrung aus. Inzwischen können auch wieder Protest-Mails an Bayer verschickt werden. Zuvor hatte es auf "EinkaufsNetz" noch geheißen, dieser Dienst sei wegen einer temporären Störung momentan nicht verfügbar. Der Protest-Text wurde unterdessen um den Satz "Ich lasse mir den Protest gegen Gen-Reis nicht verbieten" erweitert. (pmz)

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