Grenznaher Atomreaktor Tihange 2 wieder am Netz

Der einige Male verschobene Neustart des Atomreaktors, der 70 km von Aachen entfernt liegt, ist nun passiert.

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AKW Tihange an der Maas.

(Bild: dpa / Oliver Berg)

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Der nahe der deutschen Grenze gelegene belgische Atomreaktor Tihange 2 ist nach rund elf Monaten Unterbrechung wieder in Betrieb. Er sei am Morgen ans Netz gegangen, teilte eine Sprecherin des Betreibers mit.

Im August 2018 war Tihange 2 für Wartungsarbeiten heruntergefahren worden. Dabei hatten Inspekteure marode Betonflächen in dem 34 Jahre alten Meiler entdeckt. Der Neustart war ursprünglich vergangene Woche geplant gewesen, dann aber mehrfach verschoben worden.

Belgien hat sieben Atomreaktoren an zwei Standorten, Doel im Norden des Landes und Tihange im Osten. Die Atomkraftwerke sind seit Jahren umstritten. Regelmäßig werden sie für Instandsetzungen abgeschaltet.

2016 hatte die ehemalige Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) Belgien gebeten, Tihange und auch Doel 3 bis zur Klärung von Sicherheitsfragen stillzulegen. Auch ihre Nachfolgerin Svenja Schulze (SPD), die wie Hendricks aus Nordrhein-Westfalen kommt, hat bereits Sicherheitsbedenken in der Grenzregion angesprochen.

Tihange liegt rund 70 km von Aachen entfernt. Viele Menschen in der Region dort hatten sich bereits Ende 2017 mit Jodtabletten wegen eines möglichen Atom-Ernstfalls eingedeckt.

Sechs AKW sind noch in Deutschland in Betrieb (7 Bilder)

Seit März 1984 ist C des AKW im bayerischen Gundremmingen in Betrieb. Block A war von 1967 bis 1977 in Betrieb. Der 1984 ans Netz gegangene Block B wurde am 31. Dezember 2017 abgeschaltet, Block C – ebenfalls 1984 in Betrieb genommen – soll 2021 folgen. (Bild: kkw-gundremmingen.de)

(anw)