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Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung auf dem Prüfstand

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Nach Ansicht des Vorsitzenden des Bayerischen Städtetags, Josef Deimer, werden die zulässigen Strahlengrenzwerte in Deutschland beim Mobilfunk in der Regel um etwa 90 Prozent unterschritten. Daher sei es möglich, die strengen Werte der Schweiz in die deutsche Bundesimmissions-Schutzverordnung (BImSchV) zu übernehmen, sagte Deimer heute in München.

In dem Alpenland sei der Grenzwert für die elektrische Ersatzfeldstärke etwa um den Faktor 10 geringer als in Deutschland. Die in der Schweiz erlaubte Leistungsdichte liege sogar bei weniger als einem Prozent des deutschen Wertes. Der Vorstand des Städtetags habe daher die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, sich im Bundesrat für eine entsprechende Regelung einzusetzen, sagte Deimer weiter. Nach Ansicht des Bayerischen Städtetags können mit einer deutlichen Reduzierung der Grenzwerte für die Strahlenbelastung Ängste in der Bevölkerung ausgeräumt werden.

Insgesamt werden allerdings in Bayern die Forderungen nach einem effektiven Schutz gegen Mobilfunkstrahlung lauter. Auch der Bayerische Landtag fordert Verbesserungen bei den Strahlenschutzvorschriften. Der Umweltausschuss beschloss heute einstimmig ein entsprechendes Antragspaket der CSU. Darin wird die Bayerische Staatsregierung aufgefordert, sich in Berlin bei der geplanten Änderung der Strahlenschutzvorschriften für Vorsorgemaßnahmen einzusetzen. So soll geklärt werden, ob etwa die Umgebung von Schulen und Kindergärten von Sendeanlagen freigehalten werden kann. Zudem wollen die Abgeordneten die bisher gültigen Grenzwerte auf den Prüfstand stellen.

Alfred Reisinger (CSU) forderte die Bundesregierung auf, die Milliardenerlöse aus dem Verkauf der UMTS-Frequenzen auch für die Erforschung der Strahlenbelastung zu nutzen. "Wir brauchen mehr Grundlagenforschung. Hier muss mehr Druck gemacht werden." SPD und Grüne warfen der CSU vor, die Verantwortung zu sehr auf den Bund zu schieben, stimmten den Anträgen aber letztlich zu. "Das sind kleine Verbesserungen. Das unterstützen wir", sagte Ruth Paulig (Grüne). Heidi Lück (SPD) mahnte, die Ängste der Bevölkerung ernst zu nehmen. dpa / (em)

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