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Groklaw: Die Chronik der unendlichen Geschichte schließt

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Die Arbeit an der amerikanischen Website Groklaw wird zu ihrem 8-jährigen Geburtstag am 16. Mai eingestellt. Dies gab die Betreiberin Pamela Jones bekannt. Im Jahre 2003 startete mit Groklaw der Versuch, die Attacken auf das Betriebssystem Linux zu dokumentieren, die von der Firma SCO und etlichen Mitspielern initiiert wurden. Mit der Sammlung und Digitalisierung von Hunderten von Dokumenten, Geschäfts- und Prozessberichten und Meldungen ist das nicht kommerziell betriebene Groklaw zum digitalen Gedächtnis dieser unendlichen Geschichte geworden – und bleibt als solches bis zum Ende aller Bits erhalten.

"Ich weiß, dass wir Geschichte geschrieben haben. Wer kann das schon von sich behaupten? Ich habe das ehrlich gesagt nicht erwartet und ich muss darüber grinsen, wieviel Spaß wir damit hatten." Mit diesen Worten endet die Notiz zur Einstellung von Groklaw. Pamela Jones, die vielfach angefeindete Gründerin der Geschichte schreibenden Website, hat neue Dinge vor. Während SCO in den letzten Atemzügen liegt und bei Novell nur noch um Patente gerangelt wird, hat sich das Spielfeld geändert. Der Versuch, mit Tricks, Drohungen, Unterstellungen und vielen, vielen Rechtsanwälten unter Nutzung zahlreicher Lücken des US-amerikanischen Rechtssystems die Entwicklung von Linux zu torpedieren, ist Geschichte geworden. Sie wird man auf Groklaw nachlesen können, während es mit anderen Themen weitergeht.

Die Rechtsanwaltsgehilfin Pamela Jones nennt selbst zum Abschied die Attacken gegen Android, vergisst aber nicht die Erwähnung, dass Google ein anderes Kaliber ist. Das sah ganz anders aus, als die unendliche Geschichte begann, als Open Source als unamerikanisches System gebrandmarkt wurde. Was bleibt, ist Groklaw als Dokumentationszentrum dieser Geschichte, die viele IT-Entwickler empörte, die aber auch mit ihrem eigenen Irrsinn wie dem Versuch, Sourcecode auf Griechisch zu präsentieren, immer wieder für Gelächter sorgte. Groklaw dokumentierte ganz großes Theater. "Lasst den Vorhang herunter; die Komödie ist zu Ende." (Rabelais) (ciw)