Großbrand schockt Schallplatten-Hersteller

Nur zwei Fabriken stellten das Rohmaterial für Master-Schallplatten her. Nach einem Feuer ist es nur noch eine, so wird das Material knapp.

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Alte Platten können weiter produziert werden, solange die Pressvorlage noch vorhanden ist. Neue Platten werden einige Zeit schwieriger zu bewerkstelligen sein.

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Der Nachschub neuer Schallplatten könnte bald ins Stocken geraten. Am Donnerstag hat ein Brand in der kalifornischen Gemeinde Banning Fabrik und Lager der Firma Apollo Masters zerstört. 82 Feuerwehrleute haben den Brand gelöscht, Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Doch ohne Apollo Master gibt es nicht genug Lack für die Herstellung von Schallplatten-Mastern.

Bei der Produktion einer Schallplatte wird die Aufnahme zunächst auf eine Folie überspielt, die mit Lack beschichtet ist, der nicht voll aushärtet. Von diesem Master wird dann jene Pressform abgepaust, die zur Massenpressung der im Handel erhältlichen PVC-Scheiben genutzt wird. Der Lack war schon bisher ein bisweilen rares Gut, da sich Schallplatten steigender Nachfrage erfreuen.

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Nun wird es wirklich eng, wie Pitchfork berichtet. Denn nur noch die japanische Firma MDC stellt den erforderlichen Lack her, wird die weltweite Nachfrage auf absehbare Zeit aber nicht befriedigen können. Hinzu kommt, dass Apollo Masters auch der wichtigste Lieferant jener Nadeln war, mit denen die Tonspuren in die Master geritzt werden.

Der kanadische Schallplattenpresser Duplication hat den Ausfall Apollos als "Desaster für die Schallplattenpresserbranche" bezeichnet. Es wird dauern, bis eine neue Fabrik mit Qualitätsware in die Bresche springen kann. Ob Apollo Masters selbst eine Zukunft hat, ist ungewiss. (ds)